Connect with us

Medizin Heute

Hirnthrombose als Nebenwirkung? Täglich mehr Geimpfte in Notaufnahmen

Coronavirus

Hirnthrombose als Nebenwirkung? Täglich mehr Geimpfte in Notaufnahmen

In einige Notaufnahmenin NRW kommen momentan auffällig mehr Menschen mit Kopfschmerzen. Sie wurden zuvor mit Astrazeneca geimpft und sind nun besorgt, dass ihre Beschwerden eine Nebenwirkung der Impfung sein könnten. Bei einer Mitarbeiterin aus dem MHO bestätigte sich die Sorge.

Mittlerweile verzeichnen die Notaufnahmen von Krankenhäusern in Osnabrück, Herford, Minden und Paderborn pro Tag jeweils bis zu acht Menschen, die wegen ihrer Kopfschmerzen gekommen sind. Sie haben Angst vor einer Hirnvenenthrombose als Nebenwirkung ihrer Impfung mit Astrazeneca. Bisher wurde diese Gefahr in Krankenhäusern in Herford, Paderborn und Minden bei keinem Geimpften bestätigt.

Wenn nach der Impfung der Kopfschmerz kommt: In Osnabrück melden sich zunehmend Menschen in der Notaufnahme, die Angst vor einer Hirnthrombose haben. Sie gilt als sehr seltene Nebenwirkung des Astrazeneca-Präparats.

Diagnose: keine Gefahr durch Impfung

Die besorgten Patienten waren häufig zuvor nicht bei ihrem Hausarzt. Doch das sollte für alle Patienten mit Kopfschmerzen der erste Schritt sein, auch für Geimpfte, sagt Dr. Wilfried Schnieder, Ärztlicher Leiter der Notaufnahme am Klinikum Herford.

Thrombosen sehr seltenes Krankheitsbild

Er appelliert an Patienten, Vertrauen zu haben: „Das ist ja ein extrem seltenes Erkrankungsbild, das bisher wenige Male in Deutschland aufgetreten ist bei Millionen von Impfungen.“ Vertrauen zum Impfstoff sei wichtig, da die Nebenwirkungsrate insgesamt eher gering ist. Aber auch das Vertrauen zum eigenen Hausarzt fordert Schnieder ein. Vorsorgliche Hausärzte schicken im Notfall selbst ihre Kopfschmerz-Patienten, sollten sie zuvor eine Impfung bekommen haben, in ein Krankenhaus mit weiterführenden Diagnosemöglichkeiten.

Kopfschmerzen sind Nebenwirkung bei allen Covid-Impfstoffen

Kopfschmerzen zählen bei allen Impfstoffen gegen Covid-19 zu den häufigsten Nebenwirkungen. Sie treten in der Regel zeitnah zur Impfung auf und dauern nur kurz. Neuartige und ungewöhnlich starke Kopfschmerzen hingegen, die lange anhalten und nicht auf die üblichen Schmerzmittel anschlagen, sollten nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie näher untersucht werden.

Häufige Fragen & Antworten:

Werden Langzeitnebenwirkungen von COVID-19-Impfstoffen nachverfolgt?
– Die Erfahrungen mit vielen Impfstoffen über viele Jahre haben gezeigt, dass die meisten Nebenwirkungen kurze Zeit nach der Impfung auftreten. Impfstoffe werden aber auch nach der Zulassung durch das Paul-Ehrlich-Institut weiter aktiv überwacht, sodass hier immer mehr Erkenntnisse zur Langzeitsicherheit, insbesondere sehr seltenen Nebenwirkungen, in den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gewonnen werden.
Welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen wurden nach einer COVID-19-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff beobachtet?
 – Die häufigste lokale Reaktion war Schmerzen an der Einstichstelle (Impfung: 83 [Comirnaty (BioNTech/Pfizer)] bzw. 88% [COVID-19 Vaccine Moderna]; Placebo: 14 [Comirnaty (BioNTech/Pfizer)] bzw. 17% [COVID-19 Vaccine Moderna]). Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit (Impfung: 47 bzw. 65%; Placebo: 23 bzw. 33%) sowie Kopfschmerzen (42 bzw. 59% vs. 23 bzw. 34%) die häufigsten Ereignisse. Fieber trat nach der ersten Impfdosis seltener (Impfung: 4% bzw. 0,8%; Placebo: 1% bzw. 0,3%) als nach der zweiten Impfdosis (Impfung: 16% bzw. 15,5%; Placebo: 0% bzw. 0,3%) auf. In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurden wenige transiente Fazialisparesen beobachtet, deren Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung nicht ausgeschlossen werden konnte.
Sollte ich bei anhaltenden Nebenwirkungen nach einer COVID-19-Impfung mit AstraZeneca zum Arzt?

– Bei Symptomen wie starken anhaltenden Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit, Beinschwellungen, anhaltenden Bauchschmerzen, neurologischen Symptomen oder punktförmigen Hautblutungen, die wenige Tage nach Impfung auftreten und anhalten, sollten Patient:innen umgehend ärztliche Hilfe aufsuchen.

Wer wird in Deutschland zu den Prioritätsgruppen 1 und 2 für eine COVID-19-Impfung gezählt?
– Derzeit wird denjenigen Schutz angeboten, die ihn besonders benötigen. Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen und alle Menschen über 80 Jahre gehören zur Gruppe 1. Über 70-Jährige, Menschen mit Vorerkrankungen, aber auch Beschäftigte von Kitas oder Grundschulen zählen zur Gruppe 2.
Kann man zwischen COVID-19-Impfstoffen wählen?
– Kann man zwischen Impfstoffen wählen? Nein, es besteht keine freie Wahl. Wegen der Impfstoffknappheit beinhaltet der Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus- SARS-CoV-2 nach der CoronaImpfV weiterhin nicht das Recht, den Impfstoff eines bestimmten Herstellers zu wählen.
Wann hören die bayerischen Impfzentren auf das COVID-19-Vakzin von AstraZeneca zu verwenden?
– In den bayerischen Impfzentren wird der Impfstoff von Astrazeneca ab 19. April nicht mehr für Erstimpfungen verwendet. Das hat das Bayerische Gesundheitsministerium dem BR bestätigt. Es verwies dabei auf den Impfstart in den Arztpraxen und auf Vorgaben des Bundes zur Impfstoffverteilung.6 Apr 2021
Welches zweite COVID-19-Vakzin bekommen unter 60 jährige in Deutschland die bereits eine erste Impfung mit AstraZeneca hatten?
– Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren sollen für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen.
Welches COVID-19-Vakzin empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) für Zweitimpfungen bei unter 60 jährigen?
– Die Stiko empfiehlt Menschen unter 60, die bereits eine Erstimpfung mit Astrazeneca bekommen haben, auch weiter eine Zweitimpfung mit einem MRNA-Impfstoff, nämlich die Vakzine von Biontech oder Moderna.8 Apr 2021

Quellen:

https://www1.wdr.de/

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
Continue Reading
You may also like...
Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

More in Coronavirus

To Top