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Der Schwarze Tod: Chinesische Behörden in höchster Alarmbereitschaft wegen eines bestätigten Falls von Beulenpest

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Der Schwarze Tod: Chinesische Behörden in höchster Alarmbereitschaft wegen eines bestätigten Falls von Beulenpest

Menschen mit hohem Fieber sowie plötzliche Todesfälle werden im Rahmen von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit mittlerweile einer genaueren Prüfung unterzogen.

Die chinesischen Behörden in der Autonomen Region Innere Mongolei haben eine Warnung der Stufe 3 zur Seuchenbekämpfung ausgelöst, nachdem ein Fall von Beulenpest bestätigt worden war. Beulenpest ist die Krankheit, welche die Pandemie des sogenannten Schwarzen Todes verursacht hatte.

Dieser Alarm geschieht nun, nachdem bei einem örtlichen Hirten der Verdacht auf die Krankheit aufkam. Man hatte den Mann am vergangenen Wochenende in das Volkskrankenhaus in Urad Middle Banner in Bayannur City eingeliefert, so berichtet die staatliche chinesische staatliche Nachrichtenagentur CGTN.

Der Patient befindet sich jetzt unter Quarantäne in einem scheinbar stabilen Zustand.

Die Warnung der Stufe 3 für die Seuchenbekämpfung und -prävention ist die zweitniedrigste in einem vierstufigen System und wird laut einer Gemeindekommission bis Ende 2020 in Kraft bleiben.

Im Rahmen der Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit wurden die Menschen aufgefordert, ihre persönlichen Schutzmaßnahmen zu verstärken, um zu verhindern, dass sich die Pest von Mensch zu Mensch überträgt und so ausbreiten könnte. Außerdem wurden das Jagen und der Verzehr des Fleisches von Wildtieren verboten.

„Gegenwärtig besteht die Gefahr, dass sich in dieser Stadt eine Pestepidemie unter den Menschen ausbreitet. Die Öffentlichkeit sollte ihr Sicherheitsbewusstsein und ihre Fähigkeit zum eigenen Schutz stärken sowie abnormale Gesundheitszustände unverzüglich melden“, erklärte die örtliche Gesundheitsbehörde. Menschen mit hohem Fieber sowie plötzliche Todesfälle werden im Rahmen von Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit mittlerweile einer genaueren Prüfung unterzogen.

Die Behörden fordern die Bürger der Region außerdem auf, kranke oder tote Murmeltiere oder andere Tiere zu melden, auf die sie möglicherweise stoßen. Murmeltiere sind eine Art großes Erdhörnchen, das traditionell in einigen Teilen Chinas und im Nachbarland Mongolei gegessen wird und in der Vergangenheit bereits die Ursache für Pestausbrüche in der Region war.

Murmeltier

Das Murmeltier soll die Ursache der Lungenpest-Epidemie von 1911 gewesen sein, bei der laut Berichten von CNN seinerzeit 63.000 Menschen im Nordosten Chinas ums Leben gekommen waren. Zu jener Zeit wurde das Murmeltier wegen seines Pelzes gejagt, das bei internationalen Händlern sehr gefragt war. Infolge des Handels mit erkranktem Pelz waren Tausende Menschen im ganzen Land infiziert.

Während des Mittelalters hatte die Beulenpest oder der „Schwarze Tod“ globale Pandemie-Ausmaße erreicht, in den Bevölkerungen Asiens, Europas und Afrikas gewütet und dabei zu insgesamt über 100 Millionen Todesfällen geführt.

Historiker schätzen, dass die Seuche die Bevölkerung Europas damals um etwa zwei Drittel reduzierte, wobei die Bevölkerung beispielsweise in England im Jahr 1400 auf ungefähr die Hälfte der Zahl von vor einem Jahrhundert zurückging und etwa 1.000 Dörfer entvölkert wurden oder vollständig verschwanden.

Scharzer Tod - Beulenpest im Mittelalter

Die Beulenpest wird durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst. Im Gegensatz zu unserem heutigen Coronavirus ist die Krankheit eine Folge einer bakteriellen Infektion.

Wenn Patienten innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Infektion Antibiotika erhalten, werden sie wahrscheinlich überleben. Ohne Antibiotika kann das Virus jedoch zu einem schmerzhaften, qualvollen und langsamen Tod führen.

In der Tat hat das Aufkommen von Antibiotika weitgehend dazu beigetragen, verheerende Seuchenausbrüche wie man sie in der Vergangenheit verzeichnete, zu verhindern. Allerdings hat auch die moderne Medizin die Pest immer noch nicht vollständig besiegen können. Dies gab der Weltgesundheitsorganisation Anlass, sie als wiederausbrechende Krankheit einzustufen. Etwa 1.000 bis 2.000 Menschen erkranken immer noch weltweit jedes Jahr an der Pest, obwohl die tatsächliche Zahl warscheinlich weitaus größer ist, wenn man die Dunkelziffer ungemeldeter Fälle berücksichtigt.

Laut New York Times werden in den USA jedes Jahr durchschnittlich sieben Fälle von Beulenpest gemeldet, normalerweise in ländlichen Gebieten westlicher Bundesstaaten.

Die Beulenpest wird weitaus virulenter und tödlicher, wenn sie erst einmal zur Lungenpest mutiert ist. Dies ist die einzige Form der Krankheit, die sich dann durch Atemtröpfchen, die durch Husten und Niesen freigesetzt werden, von Mensch zu Mensch überträgt.

Während die Beulenpest unbehandelt eine Sterblichkeitsrate von 30 bis 60 Prozent aufweist, sind die Todesraten bei Lungenpest viel höher und nähern sich einer Rate von fast 100 Prozent.

Im vergangenen November war dieselbe Region der Inneren Mongolei bereits Schauplatz eines Ausbruchs der Lungenpest.

 

Verweise:

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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