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Weihrauch als psychoaktives Antidepressivum

Angst und Stress

Weihrauch als psychoaktives Antidepressivum

 

  

Der entstehende Rauch aus dem Verbrennen von Weihrauchpflanzen ist seit rund einem Jahrtausend ein fester Bestandteil religiöser und anderer kultureller Zeremonien. Man nimmt an, dass das Harz des Boswellia-Baums, auch Weihrauch oder Olibanum genannt, ein Aroma ist, das der Seele hilft, eine spirituelle Erhöhung zu erreichen.

Weihrauchharz wird in vielen verschiedenen antiken Texten einschließlich des Alten und des Neuen Testaments erwähnt, und man sagt ihm nach, dass es mystische Fähigkeiten besitze, ein Glaube, der auf die spirituellen Praktiken von heute übertragen wurde.

Vor kurzem untersuchte ein Team von Forschern der John Hopkins Universität und der Hebrew Universität in Jerusalem, welche Auswirkungen diese jahrhundertealte Praxis hat. Sie untersuchten Weihrauch, um festzustellen, was seine psychoaktiven Wirkungen ausmacht.


 
Um die Studie durchzuführen und die Auswirkungen von Weihrauch auf den Geist zu beobachten, verabreichten die Forscher einigen Mäusen ein primäres Boswellia-Harz-Brandacetat. Das Team fand heraus, dass das Weihrauch-Acetat die Bereiche des Gehirns beeinflusst, welche die Emotionen steuern.

Insbesondere wurde das Protein TRPV3 aktiviert, das in den Gehirnen von sämtlichen Säugetieren vorkommt. Es ist bereits bekannt, dass dieses Protein dazu beiträgt, dass unsere Haut Wärme wahrnimmt. Die Wirkung auf den Geist hat jedoch eine starke antidepressive und angstlösende Wirkung, die einen offen und entspannt werden lassen kann. Weihrauch hilft dem Geist, sich auszuruhen und die Welt um sich herum auf einfache Weise wahrzunehmen.

 

 

Es ist vielleicht kein Zufall, dass bei vielen Religionen und spirituellen Praktiken Weihrauch benutzt wird. Dies könnte den Teilnehmern helfen, ein Gefühl ruhiger Beobachtung zu erzeugen und über das Leben nachzudenken, während sie für die Zukunft viel einfacher und weniger gestresst planen können. Die Teilnahme an einer Zeremonie mit Weihrauch hilft den Menschen im Allgemeinen, sich ein wenig ruhiger und glücklicher zu fühlen.

Im Nahen Osten galt Boswelliaharz in der Antike als kostbares Gut, das aus den Regionen südlich der Sahara mit Karawanen herangebracht wurde. Es ist auch heute in unserer modernen Zeit immer noch ein bedeutender Exportartikel.

Die alten Griechen verwendeten das kostbare Harz als Opfergabe an die alten Ägypter. Weihrauch wurde verwendet, um Menschen zu helfen, die Anwesenheit verschiedener Götter zu manifestieren und als Zeichen der Erfüllung. Im antiken Judäa und in der Neuzeit findet man die Verwendung von Weihrauch als Zentrum der Zeremonien. Das Harz wird auch in vielen christlichen Kirchen verwendet.

„Trotz der Informationen aus alten Texten wurden die Bestandteile von Bosweilla nicht auf Psychoaktivität hin untersucht“, so der Mitautor der Studie, Raphael Mechoulam. „Wir haben festgestellt, dass Weihrauch-Acetat, ein Boswellia-Harzbestandteil, beim Test an Mäusen die Angst lindert und ein antidepressives Verhalten gefördert hat. Offenbar gehen die meisten heutigen Gläubigen davon aus, dass das Verbrennen von Weihrauch nur eine symbolische Bedeutung hat. “

In der heutigen Zeit wird Weihrauch mittlerweile jedoch nicht nur hinsichtlich seiner spirituelle Rolle anerkannt, sondern auch als praktische Behandlungsform für Menschen, die an Depressionen und Angstzuständen leiden. Nach Angaben des National Institute of Health [Bundesgesundheitsbehörde] ist in den USA eine schwere Depression die Hauptursache für eine Behinderung bei Menschen im Alter von 15-44 Jahren, was letztendlich etwa einer Zahl von rund 15 Millionen Menschen entspricht.

 

In den USA leiden 3 Millionen Menschen an einer dysthymischen Störung, bei der es sich um eine weniger schwere Depression handelt. Über 40 Millionen Menschen berichten, dass sie unter einer schweren Angstzuständen in irgendeiner Form leiden. Depression und Angst sind miteinander verbunden und überschneiden sich in vielen Fällen. Letztendlich scheint alles auf einen Kampf um die Rückkehr zu einem ausgeglichenen Zustand des geistigen Friedens hinauszulaufen.

 

 

Wir müssen überhaupt nicht gleich zu den nebenwirkungsreichen Medikamenten der Pharmaunternehmen greifen, die oft die gleichen Probleme verursachen, die sie eigentlich behandeln sollen. Stattdessen können wir uns an Mutter Erde wenden und natürliche Dinge wie Weihrauch ausprobieren, sowie andere Hilfsmittel wie etwa Yoga, Meditation und richtige Ernährung in unser Leben einbauen, um uns zu einem ausgeglichenen Gesundheitszustand zu verhelfen.

Unser Geruchssinn ist stark mit dem limbischen System im Gehirn verbunden, in dem wir die Funktionen Motivation und Emotion regulieren. In den USA beispielsweise sind fast 60 Millionen Menschen von Angst und Depression betroffen.  Wenn es in Maßen verwendet wird, ist das Inhalieren von diffusem Weihrauch ein mäßiges bis geringes Risiko und kann für diejenigen, die unter ihren stressbedingten Erscheinungen leiden, sehr lohnenswert sein.

Es hat sich herausgestellt, dass Weihrauch unserem Körper in mehrfacher Hinsicht und nicht nur der psychischen Gesundheit hilft. Es hat sich auch als Mittel gegen Übelkeit, Bronchialhusten, Fieber, Bluthochdruck und als eine ausgezeichnete Möglichkeit erwiesen, schädliche Insekten wie etwa Mücken fernzuhalten!

 

Verweise:

Weihrauch-Azetat, eine Weihrauchkomponente, löst Psychoaktivität aus, indem sie TRPV3-Kanäle im Gehirn aktiviert.“ Das FASEB-Journal. Die Föderation der amerikanischen Gesellschaften für Experimentelle Biologie, ohne Datum im Internet 11. Okt. 2015.

Siddiqui, MZ “Boswellia Serrata, ein potenzielles entzündungshemmendes Mittel: ein Überblick.” Indian Journal of Pharmaceutical Sciences. Medknow Publications & Media Pvt Ltd, ohne Datum im Internet 11. Okt. 2015.

„Die Geschichte des Weihrauchs.“ MEI.edu. Middle East Institute, ohne Datum im Internett 11. Okt. 2015.

Federation of American Societies for Experimental Biology „Weihrauch zu verbrennen ist psychoaktiv: Eine neue Klasse von Antidepressiva könnte direkt vor unseren Augen liegen.“ ScienceDaily. ScienceDaily, 20. Mai 2008.

 
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