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Bürgermeister von Wuhan: „5 Millionen Menschen haben Stadt noch vor den Absperrmaßnahmen verlassen“

5 Millionen Menschen verließen Wuhan kurz vor Absperrmaßnahmen

Coronavirus

Bürgermeister von Wuhan: „5 Millionen Menschen haben Stadt noch vor den Absperrmaßnahmen verlassen“

Wuhans Bürgermeister Zhou Xianwang gab am Sonntag während einer Pressekonferenz bekannt, dass etwa 5 Millionen Einwohner die Stadt noch vor der Sperrung wegen des Ausbruchs des Coronavirus und dem Frühlingsfest-Feiertag verlassen hatten.

Unterdessen warnen chinesische Gesundheitsbehörden: „Es gibt Anzeichen dafür, dass das Virus übertragbarer wird.“

Wie South China Morning Post (SCMP) berichtet, hatten viele Einwohner von Wuhan die Stadt bereits in den Ferien verlassen, während andere aus der Stadt stürmten, nachdem die Sperrung am Mittwochabend bekannt gegeben worden war.

Infolgedessen blieben nach der Sperrung nur noch 9 Millionen Menschen in der Stadt, während  etwa ein Drittel der Bevölkerung – darunter gewiss unzählige Fälle von Coronaviren – sich bereits über ganz China verteilt hatte.

Zwischenzeitlich warnen chinesische Gesundheitsbehörden, dass die Fähigkeit des Virus, sich zu verbreiten, immer stärker werde. Ma Xiaowei, der für die nationale Gesundheitskommission Chinas (NHC) zuständige Minister, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass der Kampf gegen den Ausbruch besonders kompliziert geworden sei, nachdem festgestellt wurde, dass das neue Virus auch während der Inkubationszeit übertragen werden könne, was bei Sars (schweres akutes respiratorisches Syndrom) seinerzeit nicht der Fall war.

Mit anderen Worten, Zehn-, wenn nicht gar Hunderttausende von Coronavirus-Trägern sind still und heimlich aus der Stadt geflohen und werden je nach R0-Wert des Virus jeweils bis zu drei bis vier weitere Personen anstecken.

„Beobachtungen zufolge kann das Virus sogar während der Inkubationszeit übertragen werden“, sagte Ma und fügte hinzu, dass die Inkubationszeit zwischen einem und 14 Tagen beträgt. „Einige Patienten haben normale Körpertemperatur, und es gibt viele mildere Fälle. Es gibt versteckte Träger“, sagte er.

Ma zofolge hat sich das Virus an den Menschen angepasst und ist anscheinend übertragbarer geworden:

„Es gibt Anzeichen dafür, dass das Virus übertragbarer wird. Diese wandelnden „Seuchenerreger“ [versteckte Träger] erschweren die Bekämpfung des Ausbruchs erheblich.“

Sogar Chinas Behörden scheinen aufzugeben: Li Bin, stellvertretender Minister des NHC, sagte, die Behörden hätten die strengen Maßnahmen – wie die Verhängung von Reiseverboten und die Abriegelung von Städten – ergriffen, um die Verbreitung des Virus zu kontrollieren oder zumindest den Höhepunkt zu verzögern und „Zeit zu gewinnen, um die nächste Phase des Ausbruchs zu bekämpfen“, so SCMP.

China bereitet sich tatsächlich bereits auf die „nächste Phase des Ausbruchs“ vor.

Um bei der Bekämpfung der Epidemie, die bislang zur Absperrung von 17 Städte geführt hat, zu helfen, sagte Ma, dass 2.360 Militär- und Zivilärzte und Krankenschwestern nach Wuhan geschickt worden seien, die Stadt, in welcher der Ausbruch Ende  Dezember erstmals entdeckt wurde. Als der Druck auf die Krankenhäuser der Stadt zunahm, rückte das medizinische System immer näher dem Kollaps entgegen.

Viele Menschen, bei denen Fiebersymptome auftraten, wurden Anfang der Woche von den Krankenhäusern abgewiesen, weil nicht genügend Betten zur Verfügung standen. Ärzten fehlt es zudem an Schutzausrüstung und sehen sich gezwungen, Schutzbrillen und Masken zu recyceln. Ma sagte, dass 2.400 zusätzliche Krankenhausbetten in Wuhan eingerichtet wurden und die Regierung plant, in den nächsten drei Tagen 5.000 weitere hinzuzufügen.

Wang Jiangping, Chinas stellvertretender Minister für Industrie und Informationstechnologie, sagte, China habe die Kapazität, maximal 30.000 Schutzausrüstungen pro Tag herzustellen, aber das sei nicht einmal ein Drittel dessen, was in Hubei benötigt werde.

In der Zwischenzeit geht die Suche nach der wahren Ursache der Epidemie weiter. China verhängte am Sonntag ein landesweites Verbot des Wildtierhandels, da ursprünglich vermutet wurde, dass der Ausbruch auf einen Fischmarkt in Wuhan zurückgeht, auf dem auch Wildtiere verkauft wurden.

Dies ist möglicherweise jedoch nicht die Quelle. In einem Forschungsbericht des Medizinmagazins The Lancet vom Samstag heißt es, der erste bestätigte Fall einer Virusinfektion sei eine Person gewesen, die nicht auf diesem Markt gewesen sei.

 

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Verweise:

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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