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Bestätigt: Schwitzen entfernt tödliche Chemikalien aus dem Körper

Forschung

Bestätigt: Schwitzen entfernt tödliche Chemikalien aus dem Körper

Eine vielversprechende Studie bestätigt, dass das bloße Schwitzen dazu beitragen kann, gefährliche Industriechemikalien aus unserem Körper zu entfernen.

In einer Zeit, in der Chemikalien- und Strahlenbelastung durch industrielle Verschmutzung allgegenwärtig und praktisch unvermeidlich sind, ist es an uns allen, Wege zu finden, um die Belastung durch sie zu minimieren und ihre komplexen schädlichenAuswirkungen zu reduzieren.

Aber wie können wir den Prozess der Entgiftung gegenüber Zehntausenden neuer synthetischer Verbindungen beginnen, die im Laufe des letzten Jahrhunderts in die Umwelt eingeführt wurden und sich aufgrund dieser Tatsache seit unserer Zeit im Mutterleib in unserem Körper angesammelt haben?

Saunieren ist die beste Art des „Schwitzens“. Sie stärkt zudem das Herz-Kreislauf- und Immunsystem.

Damit der Leser ein Gefühl für das wahre Ausmaß des Problems bekommt, sei auf einen Artikel aus dem Jahr 2012 mit dem Titel “Crude Awakening: Mineral Oil Contaminates Everyone’s Bodies” [übersetzt: „Das schroffe Erwachen: Mineralöl verunreinigt jedermann’s Körper“] verwiesen, in dem darüber berichtet wurde, wie aus Erdöl gewonnene Inhaltsstoffe in Kosmetika verwendet werden, und sogar in Lebensmitteln sammeln sich in unserem Körper an und verursachen schwerwiegende gesundheitliche Beeinträchtigungen:

„Eine 1985 durchgeführte Autopsie-Studie ergab, dass in analysierten 465 Autopsien in 48% der Fälle die Leber und zu 46% die Milz Anzeichen eines mineralölbedingten Fettgranuloms zeigten (ein Knötchen von abgestorbenem Fettgewebe, das mit einer granulomatösen Entzündung oder einer Fremdkörperreaktion um eine Ablagerung einer öligen Substanz einhergeht), was darauf hinweist, wie weit verbreitet die mit der Belastung verbundenen pathologischen Gewebeveränderungen tatsächlich sind“

In den USA hat die Bundesgsundheitsbehörde für die Verwendung in kosmetischen Produkten sowie Lebensmittelzusatzstoffe mit bis zu 10 mg/kg täglich an Mineralöl-Bestandteilen zugelassen. Für einen Erwachsenen von 75 Kilogramm Körpergewicht entspricht dies 750 Milligramm pro Tag oder insgesamt 274 Gramm (mehr als ein Viertelkilogramm) im Laufe eines Jahres!

 

Und das ist nur das Erdöl. Fügt man Pestizide, Radionuklide und Schwermetalle sowie die Hunderte anderer Chemikalien hinzu, denen wir in unserem täglichen Leben ausgesetzt sind, entwickelt man an rasch ein Gespür dafür, wie erdrückend die Dinge mittlerweile geworden sind.

 

Die gute Nachricht ist, dass sich für eines der ältesten Regulationssysteme des Körpers, nämlich das Schwitzen, in klinischen Versuchen zunehmend bestätigt, dass es mehr als nur eine thermoregulatorische Rolle spielt und auch als kraftvoller Entgiftungsmechanismus wirkt.

 

Es ist bereits über die Fähigkeit von herbeigeführtem Schwitzens berichtet worden, Schwermetalle, Bisphenol A und Phthalate aus dem Körper zu entfernen. Eine neue Studie zeigt nun, dass wir der Liste der Substanzen, die der Körper direkt durch Schwitzen wirksam entfernen kann, eine weitere besonders üble Kategorie von Chemikalien hinzufügen können.

 

Durch Schwitzen werden hochgiftige feuerhemmende Mittel aus dem Körper entfernt

Die kanadische Studie mit dem Titel “Human Excretion of Polybrominated Diphenyl Ether Flame Retardants: Blood, Urine, and Sweat Study” [übersetzt: „Studie über die menschliche Ausscheidung von polybromierten Diphenyläther-Flammschutzmitteln: Blut, Urin, and Schweiß“, veröffentlicht in Biomedical Research International, zeigt, dass künstliches Schwitzen dem Körper hilft, die vom Menschen geschaffene Gruppe von feuerhemmenden Chemikalien, bekannt unter der Bezeichnung ‚polybromierte Diphenyläther‘ (PBDEs), zu entfernen.

Hier noch ein paar Hintergrundinformationen zu PBDEs:

Polybromierte Diphenyläther (PBDE), die seit den frühen 1960er-Jahren als flammenhemmende Mittel eingesetzt werden, wurden erstmals 1987 als allgemeine Schadstoffe identifiziert [1]. 1990 wies man sie im menschlichen Fettgewebe nach, und 1995 stufte die US-Umweltschutzbehörde deca-BDEs, eine kommerzielle Mischung von PBDE-artverwandten Stoffen, als mögliche Karzinogene, d.h. Krebsverursacher beim Menschen ein. Seitdem hat man zunehmend besser erkannt, dass PBDEs schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen haben, insbesondere auf Kinder [2–6]. Diese hartnäckigen organischen Schadstoffe [7], deren Familie sich aus insgesamt 209 artverwandten Stoffen zusammensetzt, wurden in einer Vielzahl von Konsumgütern des täglichen Bedarfs verwendet, darunter Polyurethanschaum, Textilien, Kunststoffe, Elektrogeräte, Computer und Baumaterialien. Da sie nicht in Polymermatrizen fixiert sind, können PBDEs mit der Zeit in die Umgebung gelangen und sich dort verteilen [6, 8, 9]. Folglich wurden diese lipophilen [10–13] und sich organisch ansammelnden [10, 14–16] Schadstoffe routinemäßig in Luft, Boden, Klärschlamm, Fischen, Wildtieren und Menschen nachgewiesen [10, 12, 17–26].“

 

 

Während PBDEs in einer Reihe von Gerichtsbarkeiten, einschließlich der Europäischen Union, verboten wurden, sind sie in den Vereinigten Staaten immer noch relativ unreguliert. Dem neuen Papier zufolge sind dies die Hauptwege, auf denen die Menschen ihnen ausgesetzt sind:

  • Raumluft und Staub.
  • Nahrung (vor allem Fleisch)
  • Muttermilch und Belastung bereits im Mutterleib

Die Studie identifizierte drei bekannte Schadensmechanismen:

  • Hormondysregulation (beispielsweise Schilddrüsenerkrankungen)
  • Zellstörung (beispielsweise Beschädigungen der DNA)
  • Schädigung des Nervensystems (beispielsweise durch Plaquebildung im Gehirn)

 

 

Die Studienanordnung war wie folgt:

Neun Männer und 11 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 44,5 ± 14,4 Jahren bzw. 45,6 ± 10,3 Jahren wurden für die Teilnahme an der Studie ausgewählt. Jeder Teilnehmer erteilte eine Einverständniserklärung und gab freiwillig eine 200-ml-Blutprobe, eine Probe des ersten Morgenurins und eine 100-ml-Probe Schweiß.“

Die Konzentration lag auf der Untersuchung der Elimination von fünf häufigen PBDE-Stoffen (28, 47, 99, 100 und 153) in drei Körperflüssigkeiten: Blut, Urin und Schweiß.

Die veröffentlichten Ergebnisse der Studie sind folgendermaßen:

„PBDE-Stoffe wurden nicht in Urinproben nachgewiesen. Die Feststellungen konzentrieren sich auf Blut und Schweiß. 80% der Teilnehmer wurden positiv auf PBDE 28, 100% auf PBDE 47, 95% auf PBDE 99, und 90% auf PBDE 100 und PBDE 153 in einer oder beiden Körperflüssigkeiten getestet. Herbeigeführtes Schwitzen erleichterte die Ausscheidung der fünf Substanzen mit jeweils unterschiedlichen Ausscheidungsraten.“

Neben dem Saunieren ist Sport treiben die zweitbeste Art „gesund“ zu schwitzen.

Es ist bemerkenswert, dass die Urinproben nicht belastet waren. Dies weist darauf hin, dass Blut und Schweiß wesentlich genauere Bio-Indikatoren für eine Belastung mit PBDEs sind.

Die Forscher schlussfolgerten:

„Angesichts der Tatsache, dass es kaum Studien zur Erforschung der PBDE-Eliminierung oder klinischen Entgiftung beim Menschen gibt, sowie aufgrund der wissenschaftlichen Übereinstimmung hinsichtlich der negativen Auswirkungen von PBDEs auf die menschliche Gesundheit, liefert diese Studie wichtige Grundlagen dafür, dass regelmäßige Sitzungen mit eingeleitetem Schwitzen die therapeutische Entfernung von PBDEs fördern können.“

Diese Studie unterstreicht den unverzichtbaren gesundheitlichen Wert des Schwitzens im modernen Leben. Obwohl die naheliegendste Möglichkeit, nämlich durch intensive körperliche Anstrengung zu schwitzen, aufgrund von Behinderungen oder die persönlichen Lebensgewohnheiten, nicht immer praktisch oder verfügbar ist, kann man alternativ eine Sauna oder eine Infrarotdecke verwenden, um reichlich Schweißbildung zu erzeugen.  Es gibt auch diaphoretische (schweißtreibende) Kräuter wie etwa Ingwer, die ein ausgezeichnetes Sicherheitsprofil aufweisen und weitere postive Wirkungen mit sich bringen. Ingwer wird nicht nur zum Schwitzen führen, sondern in Kombination mit Bewegung kleine Wunder im Körper wirken.

 

Verweise:

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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