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Chinesischer Arzt, der vor dem Coronavirus warnte, nun selbst an dem Virus gestorben

Chinesischer Hinweisgeber-Arzt an Coronavirus gestorben

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Chinesischer Arzt, der vor dem Coronavirus warnte, nun selbst an dem Virus gestorben

Das Zentralkrankenhaus von Wuhan hat offiziell den Tod des Hinweisgeber-Arztes Li Wenliang bekannt gegeben.

Der chinesische Arzt Li Wenliang, der bereits im Dezember auf das neuartige Coronavirus aufmerksam machte und später von chinesischen Behörden verhaftet wurde, ist an den Folgen einer Ansteckung mit dem Virus gestorben. Nachdem chinesische staatliche Medien seinen Tod gemeldet hatten, entstand Empörung auf der chinesischen Social-Media-Platform Weibo. Die Medien griffen die Geschichte rasch auf und machten deutlich, dass Li ein Opfer des Virus 2019-nCoV geworden ist.

Das Zentralkrankenhaus von Wuhan bestritt jedoch schnell Berichte über Lis Tod und behauptete, er sei noch am Leben, wenngleich in einem kritischen Zustand. Es hat sich nun herausgestellt, dass das Krankenhaus und die chinesischen Staatsmedien den ursprünglichen Bericht zurücknahmen und anordneten, den verstorbenen Arzt wieder an die lebenserhaltenden Maßnahmen anzuschließen, um die Darstellung zu kontrollieren, nachdem sie die Reaktion auf Weibo gesehen hatten. Die etablierten US-Presse-Unternehmen nahmen dies sofort zur Kenntnis und änderten ihre Schlagzeilen und Berichte, um sie an die Berichterstattung der chinesischen staatlichen Medien anzupassen. Fast augenblicklich wurden die Social-Media-Plattformen mit Kommentaren überschwemmt, die diesen Artikel als gefälschte Nachrichten bezeichneten.

Es hat den Anschein, als hätten chinesische Offizielle nicht lange danach bemerkt, dass ihre Bemühungen, die Erzählung zu kontrollieren, gescheitert waren, und gingen wieder auf ihre ursprünglichen Berichte zurück. Nachdem der Tod des Arztes erneut bestätigt wurde, änderten die Medien ihre Schlagzeilen und ihre Berichte abermals.

Ross Atkins von der BBC erklärte, was da abgelaufen ist:

[übersetzt:]  Die Geschichte, wie China zunächst den Tod von Dr. Li Wenliang bekannt gab und dann angeblich den Ärzten sagte, sie sollten seinen Körper an lebenserhaltende Geräte anschließen und sagen, er sei „in einem kritischen Zustand“. Ein groteskes Ende der Geschichte eines tapferen Mannes, der vor dem Coronavirus warnen wollte und nun selbst daran gestorben ist.

 

Der Ablauf dieser Ereignisse ist ein hervorragendes Beispiel dafür, womit unabhängige Medien täglich zu tun haben, obschon im vorliegenden Fall in größerem und dringenderem Umfang als gewöhnlich. Faktenprüfer auf Social-Media-Plattformen wie Facebook durchsuchen täglich publizierte Inhalte nach Informationen, die als falsch gekennzeichnet werden können, und zwingen die Veröffentlicher zu außergewöhnlichem Aufwand, um diese Hindernisse zu beseitigen, die ihre Leser ansonsten daran hindern würden, die Inhalte in ihren Beiträgen zu sehen. Die jüngste Berichterstattung über Dr. Li Wenliang hat uns jedoch gezeigt, dass die Nachrichtenverbraucher nun selbst als Faktenprüfer fungieren. Die Angst vor gefälschten Nachrichten war so erfolgreich, dass die Leser die Devise „Wenn Sie etwas sehen, sagen Sie etwas“ aufnahmen, wodurch das Medienestablishment zu Kommentaren und Berichten gedrängt wurde.

Diese Erfahrung hat auch gezeigt, dass die US-Unternehmensmedien nur allzu bereit sind, die Berichte der chinesischen Regierung und der staatlichen Medien als Tatsachen zu melden, obwohl zahlreiche Beweise dafür vorliegen, dass die chinesische Regierung gern Informationen zensiert und falche Inhalte herausgibt, um ihre bevorzugte Erzählung im Griff zu behalten. Inmitten einer tödlichen Seuche ist es nicht angebracht, Berichten aus einer nicht vertrauenswürdigen Quelle blindlings Vertrauen zu schenken. Inmitten einer tödlichen Seuche ist es vielmehr an der Zeit, Ressourcen und die Macht der Menschen zu nutzen, um Nachforschungen anzustellen und nach harten Beweisen zu suchen. Unglücklicherweise verfügen unabhängige Medien nicht über die gleichen Ressourcen wie die Unternehmensmediengiganten, aber sie haben meist genügend Moral, um nicht einfach die Establishment-Erzählung nachzubilden und ihre Schlagzeilen umzudrehen, nur weil die staatlichen Medien eines anderen Landes dies tun.

Trotz des frühen Lobes der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Chinas Reaktion auf den jüngsten neuartigen Coronavirus-Ausbruch sieht sich die chinesische Regierung mittlerweile mit zunehmender Gegenreaktion wegen seiner Behandlung von Informanten und Journalisten konfrontiert, die Nachrichten über die Krankheit verbreiten.

Für solche Situationen der öffentlichen Gesundheit verfügt die chinesische Regierung über eine strenge Bürokratie, um sicherzustellen, dass jede Information oder Anweisung direkt von den Behörden kommt, was bedeutet, dass jeder, der andere Informationen als die offiziellen Erklärungen weitergibt, als ein Risiko für die nationale „Harmonie“ oder „Sicherheit“ betrachtet wird.

Li Wenliang, ein 34-jähriger Arzt aus Wuhan, war einer der ersten Hinweisgeber, die versuchten, das Virus bekannt zu machen, bevor es sich im ganzen Land ausbreiteten würde. Weltweiten Medienberichten zufolge ist Li das jüngste Opfer des Virus, das erst kürzlich verstorben ist, nachdem er sich das 2019-nCoV Virus selbst zugezogen haben muss.

Der Arzt hatte zum ersten Mal Ende Dezember von dem Virus Kenntnis erlangt, als sieben Patienten mit einer „SARS-ähnlichen Krankheit“ in sein Krankenhaus kamen und anschließend unter Quarantäne gestellt wurden.

Der Arzt schickte alsdann einen Beitrag über die Situation in seiner Alumni-Gruppe seiner medizinischen Fakultät mittels der chinesischen Nachrichtenapplikation WeChat und ermahnte seine Freunde, vorsichtig zu sein. Screenshots des Posts haben sich in WeChat rasend schnell verbreitet, bevor sie die Sozialen Medien überall erreichten.

Am 3. Januar wurden Li und einige andere Mediziner des Krankenhauses von der Polizei in Wuhan wegen der angeblichen Verbreitung von Gerüchten festgenommen.

Nach einem intensiven Verhör erlaubte die Polizei Li, nach Hause zurückzukehren und zu arbeiten, nachdem er eine Erklärung unterschrieben hatte, in der er versprach, keine weiteren „rechtswidrigen Handlungen“ zu begehen.

Am 12. Januar, etwas mehr als eine Woche nach seinem Verhör, wurde Li mit dem Verdacht auf das Virus ins Krankenhaus eingeliefert. Erst am 1. Februar jedoch, also nach fast dreiwöchigem  Krankenhausaufenthalt, wurde er auf das Virus getestet. Weniger als eine Woche später, am 6. Februar, ist er Berichten zufolge gestorben.

This doctor tried to save lives, but was silenced. Now he has coronavirus

This Wuhan doctor was targeted by police for trying to blow the whistle on the deadly coronavirus in the early weeks of the outbreak.Then, after treating a patient who had the virus, he caught it too.https://cnn.it/2u9heUZ

Gepostet von CNN am Dienstag, 4. Februar 2020

Der Tod von Li ist ebenso tragisch wie besorgniserregend, da er ein junger und gesunder Erwachsener war – gerade nicht einer der typischen Fälle von Immunschwäche, die wir bei einer Krankheit erwarten, die man mit der Grippe vergleicht – und an vorderster Front gegen das Virus gekämpft hatte.

Die offizielle Anzahl bestätigter Fälle lag gestern, am 7. Februar 2020,  bei 28.275, wobei die meisten dieser Fälle in China bestätigt sind. Insgesamt sind bislang 565 Todesfälle gemeldet worden, mit Ausnahme von zweien allesamt in China.

Soeben bestritt das Zentralkrankenhaus von Wuhan Berichte über den Tod von Li Wenliang und behauptete, er sei noch am Leben, aber in einem kritischen Zustand.

 

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Verweise:

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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