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Spahn eröffnet am 1. Juni „Tag der Organspende“

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Spahn eröffnet am 1. Juni „Tag der Organspende“

Der bundesweite Tag der Organspende findet am 1. Juni in Kiel statt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) werden das Treffen eröffnen, wie die Veranstalter am Freitag in Kiel ankündigten. Unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ ruft der Tag dazu auf, sich zu informieren und zu entscheiden. Der zum 37. Mal veranstaltete Tag der Organspende sei aber auch ein Dank an die Organspender, ein Dank, den nur deren Angehörige entgegen nehmen könnten.

Eröffnet wird der Tag mit einem ökumenischen Dankgottesdienst in der Kirche Sankt Nikolai, bei dem Organempfänger, Spenderangehörige und Mediziner mitwirken. Anschließend sind auf dem Asmus-Bremer-Platz Grußworte unter anderem von Spahn und Garg vorgesehen sowie ein Bühnenprogramm. Zu den Künstlern gehört der Sänger Michael Schulte, der Deutschland beim Eurovision Song Contest 2018 vertrat und vierter wurde. Außerdem wird es Info-Stände und begehbare Organmodelle geben. Zudem ist ein Spendenlauf geplant. Für jede Runde jedes Läufers – auch OB Kämpfer macht mit – spendet die Barmer als Sponsor zwei Euro. Das Geld geht an das Netzwerk Spenderfamilien.

„Organspende ist wichtig, jede Spenderin und jeder Spender schenkt statistisch betrachtet drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance“, betonte Minister Garg. In Schleswig-Holstein warten derzeit rund 400 Menschen auf ein neues Organ, deutschlandweit sind es fast 10 000 Menschen.

Deutschland sei im europäischen Vergleich weit hinten bei den Organspenden, sagte Garg. Dies solle sich ändern. Dazu müssten vor allem bessere Strukturen und finanzielle Bedingungen in den Krankenhäusern geschaffen werden. Die von Bundesminister Spahn erreichte Novellierung des Transplantationsgesetzes bringe hierfür wichtige Verbesserungen, die aber noch nicht ausreichten. Außerdem sollten die Menschen sich erklären müssen, ob sie gegebenenfalls als Organspender zur Verfügung stünden oder auch nicht. Eine solche Erklärungspflicht sei erwachsenen Menschen zuzumuten. Garg verwies auf die USA, in denen die Zahl der Organspender seit Einführung einer Erklärungspflicht in den 1990er Jahren um ein Drittel gestiegen sei.

 

Zahlreiche Bundestagsabgeordnete streben derzeit eine Neuregelung bei der Organspende in Deutschland an. So sieht eine Gruppe um Spahn und SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach eine „doppelte Widerspruchslösung“ vor: Alle Volljährigen sollen automatisch als Organspender gelten. Man könnte dazu aber noch Nein sagen. Sonst wäre – als doppelte Schranke – auch bei Angehörigen nachzufragen. Auch Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery ist für eine Widerspruchslösung.

Eine andere Gruppe von Abgeordneten um die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock und Linke-Chefin Katja Kipping will, dass alle Bürger mindestens alle zehn Jahre beim Ausweisabholen auf das Thema Organspende angesprochen werden. Garg betonte, dass sich dieses Modell mit einer verpflichtenden Erklärungslösung leicht verbinden ließe. Über die beiden Berliner Entwürfe soll der Bundestag voraussichtlich im Herbst ohne Fraktionsvorgaben entscheiden. (dpa)

 

 

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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