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US-Gesundheitsbehörde stuft Psilocybin im 2. Jahr in Folge als „bahnbrechende Therapie“ gegen Depressionen ein

Depression

US-Gesundheitsbehörde stuft Psilocybin im 2. Jahr in Folge als „bahnbrechende Therapie“ gegen Depressionen ein

Zum zweiten Mal in Folge hat die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA Psilocybin, die in vielen der beliebtesten halluzinogenen Pilze vorkommende psychedelische Verbindung, als „bahnbrechende Therapie“ zur Behandlung Schwerer Depressiver Störungen ausgewiesen.

Dessen ungeachtet wird Psilocybin von der US-Bundesregierung immer noch als Medikament der Gruppe I klassifiziert.

Auch als «magic Mushroom» bekannt: Der Spitzkegelige Kahlkopf-Pilz könnte eine Lösung für Depressive sein.

Behandlungen, die als bahnbrechende Therapien eingestuft werden, werden im beschleunigten Verfahren durch den Entwicklungs- und Überprüfungsprozess geführt, der oft ein äußerst langswieriger Prozess und mit einer Menge Bürokratie gesäumt ist. Diese Klassifizierung wird nicht leicht genommen und nur in Fällen gewährt, in denen eine Vielzahl von Nachweisen zeigt, dass die neue Therapie eine signifikante Verbesserung gegenüber den Alternativen darstellt. In der Regel beantragen Pharmaunternehmen diese Kennzeichnung, die seitens der FDA dann entweder bestätigt oder abgelehnt wird. Im vergangenen Jahr war der Firma Compass Pathways die erste Kennzeichnung für Psilocybin als bahnbrechende Therapie erteilt worden.

Compass Pathways wurde 2016 in Großbritannien dank der Finanzierung durch den PayPal-Gründer Peter Thiel initiiert. In diesem Jahr wurde die Kennzzeichnung dem in den USA ansässigen gemeinnützigen Usona Institute erteilt, das klinische Studien zur Behandlung von Depressionen mit Psilocybin durchführt.

Die „psychedelische“ Wirkung von Pilzen aus der Gattung der Psilocybe, die Schamanen und Medizinmänner in verschiedenen Kulturen seit Langem nutzen, wurden der breiteren Öffentlichkeit im Jahr 1957 durch einen Beitrag des Ethnomykologen R. Gordon Wasson in der Zeitschrift Life vorgestellt. Kurze Zeit später gelang es dem Schweizer Chemiker Albert Hofmann, dem „Erfinder“ von LSD, die für den Rausch verantwortliche Substanz Psilocybin zu isolieren.

Laut Dr. Charles Raison, Direktor für klinische und translationale Forschung bei Usona, stellt Psilocybin eine enorme Verbesserung gegenüber den derzeit verfügbaren Behandlungen dar.

„Was wirklich bahnbrechend ist, ist die berechtigte Anerkennung der FDA, dass Schwere Depressive Störungen, nicht nur die viel geringeren  behandlungsresistente Depressionsarten, einen unbefriedigten medizinischen Behandlungsbedarf ausmachen und dass die verfügbaren Daten darauf hindeuten, dass Psilocybin eine wesentliche klinische Verbesserung gegenüber bestehenden Therapien bietet“, sagte Raison in einer Erklärung.

Die sog. „Zauberpilze“ werden oft auch als Droge missbraucht.

Wie Anfang des Jahres berichtet, hat die Johns Hopkins Universität kürzlich die Eröffnung des Zentrums für Psychedelik- und Bewusstseinsforschung angekündigt, einer Einrichtung innerhalb der John Hopkins Medizinischen Fakultät, die sich dem Studium von Psychedelika, also bewusstseinsverändernden Drogen, und ihrer möglichen medizinischen Verwendung widmet. Dieses Forschungszentrum ist das erste seiner Art in den Vereinigten Staaten und zugleich das größte auf der ganzen Welt. Der beispiellose Forschungsaufwand wird durch Spenden von Privatinvestoren in Höhe von 17 Millionen US-Dollar ermöglicht.

Nichtsdestotrotz wird Psilocybin von der US-Bundesregierung immer noch als Medikament der Gruppe I klassifiziert. Substanzen der Gruppe 1 werden als Drogen mit hohem Missbrauchspotenzial oder Drogen ohne anerkannte medizinische Verwendung definiert. Glücklicherweise gibt es einige lokale Gerichtsbarkeiten in den USA, wie etwa diejenigen Oakland und Denver, die Schritte unternommen haben, um Psilocybin und andere psychedelische Substanzen zu entkriminalisieren.

 

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Verweise:

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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