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Versuche am Menschen mit Coronavirus-Impfstoffen sollen im April beginnen

Versuche am Menschen mit Coronavirus-Impfstoffen sollen im April beginnen

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Versuche am Menschen mit Coronavirus-Impfstoffen sollen im April beginnen

Versuche am Menschen mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus sollen im April beginnen. Britische Wissenschaftler wetteifern mit Dutzenden von Labors auf der ganzen Welt, um als erste ein solches Medikament zu entwickeln.

Seit China das Virus im Januar zum ersten Mal genetisch vervielfältigt hat, arbeiten Forscher gegen die Uhr, um eine präventive Spritze oder Pille dagegen zu entwickeln.

In mehreren Labors gibt es jetzt Prototyp-Impfstoffe, die sie an Tieren testen. Viele sind zuversichtlich, dass sie im nächsten Monat zu Tests am Menschen übergehen werden.

Wenn sich die Sicherheit und Wirksamkeit herausstellt, werden größere Versuche unter wirklichen Lebensbedingungen durchgeführt, um festzustellen, ob die Impfung in einem natürlichen Infektionsszenario funktioniert. Bei Erfolg könnte ein Impfstoff bis Anfang nächsten Jahres auf breiter Basis verfügbar sein.

Professor Robin Shattock und sein Team von der Abteilung für Infektionskrankheiten am Imperial College London hatten innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Virus-Sequenz aus China einen Impfstoffkandidaten entwickelt.  Sie testen ihn seit dem 10. Februar an Tieren und hoffen, im Sommer zu klinischen Studien übergehen zu können, wenn eine Finanzierung sichergestellt werden kann.

Anstatt einen traditionellen Antikörperstoß zu erzeugen, injiziert das am Imperial College entwickelte Medikament effektiv einen neuen genetischen Code in einen Muskel und veranlasst ihn, ein Protein auf der Oberfläche des Coronavirus zu bilden, das eine schützende Immunantwort auslöst.

„Wir verfügen über die Technologie, um einen Impfstoff so schnell wie noch nie zuvor zu entwickeln“, sagte Prof. Shattock. „Die meisten Impfstoffe befinden sich fünf Jahre in der Entdeckungsphase und mindestens ein oder zwei Jahre, um sie herzustellen und in Versuche zu bringen.

„Wir werden vielleicht nicht die Ersten sein, doch es ist nur eine Gruppe erforderlich, um dorthin zu gelangen. Wir sind nur eine Gruppe, und irgendwann werden vielleicht sagen: „Jemand anderes ist uns voraus, wir sollten aufhören, daran zu arbeiten.“ Während wir den ganzen Weg gehen wollen, sind wir auch bereit, uns zurückzuziehen.“

Professor Jonathan Heeney vom Labor für Virale Zoonotik [Hinweis: Zoonosen sind vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten] der Universität Cambridge sagte, die vorklinische Phase der Impfstofftests seines Teams sei „in vollem Gange“ und komme rasch voran.

Und die Gruppe von Professor Sarah Gilbert am Nuffield Department of Medicine der Universität Oxford arbeitet an einem Impfstoff, der die gleiche Technologie verwendet, um einen Prototypen einer Impfung für den im Jahre 2012 erfolgten Ausbruch des Mers-Syndroms (Middle East Respiratory Syndrome) zu entwickeln.

Die britische Regierung hat 40 Millionen Britische Pfund für die Suche nach einem Impfstoff zugesagt, und der Wellcome Trust weitere 10 Millionen Pfund.

Anfang dieser Woche trafen sich Führungskräfte der Pharmaunternehmen Gilead, Johnson & Johnson, GlaxoSmithKline, Sanofi und Pfizer mit US-Präsident Donald Trump, um ihm zu versichern, dass sie bei Impfstoffen und Virostatika zügige Fortschritte machen.

Bis heute arbeiten weltweit rund 35 Unternehmen und Institutionen an dem Problem, wobei die USA die Entwicklung am weitesten vorantreiben.

Dr. Antony Fauci, der Leiter des US-amerikanischen Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten, sagte, dass Studien am Menschen innerhalb von sechs Wochen begännen und dass ein Impfstoff innerhalb von 12 bis 18 Monaten fertig sein werde.

Joseph Kim, der Vorsitzende von Inovio Pharmaceuticals mit Sitz in Pennsylvania, die einen Impfstoff im Tierversuchsstadium haben, ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres eine Million Impfdosen verfügbar sein könnten.

Das in Maryland ansässige Pharmaunternehmen Moderna wird im April Studien mit 45 Personen starten und sagte, dass ein Impfstoff bis nächsten Februar großflächig verfügbar sein könnte.

Das in Maryland ansässige Unternehmen Novavax hat ebenfalls mit Tierversuchen begonnen und wird voraussichtlich im Frühjahr mit Versuchen am Menschen beginnen, während Regeneon in New York ankündigte, dass es innerhalb von zwei Monaten für Tests der ersten Phase am Menschen bereit sein werde.

An anderer Stelle testet die Universität von Queensland ihren Medikamentenkandidaten an Tieren, während das MIGAL Research Institute in Israel nach eigenen Angaben die Tests am Menschen innerhalb von acht bis zehn Wochen beginnen wird.

Chinas Vize-Minister für Wissenschaft und Technologie, Xu Nanping, hat ebenfalls bestätigt, dass die Impfversuche an Menschen Ende April beginnen werden.

Neben dem enormen globalen Nutzen für die Gesundheit würde sich die Suche nach einem Impfstoff für die Pharmaindustrie als außerordentlich lukrativ erweisen. Die Vermögensverwaltungsfirma AllianceBernstein schätzt, dass ein wirksames Medikament für die Branche einen Wert von 27 Mrd. Britische Pfund haben würde.

Wenn ein Impfstoff eingeführt wird, ist er zunächst auf Gesundheitspersonal und die am stärksten gefährdeten Personen beschränkt, was bedeutet, dass viele Unternehmen auch testen, ob derzeitige Medikamente etwa auch zur Bekämpfung des Coronavirus verwendet werden könnten.

Am vielversprechendsten ist Remdesivir, ein Breitband-Antivirusmittel, das von den nationalen US-Gesundheitsbehörden an 13 Patienten getestet wurde, die nach einer Ansteckung mit Coronavirus an Bord des Kreuzfahrtschiffes Diamond Princess in Japan ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

HIV-Medikamente könnten ebenfalls wirken, und diese Woche hat das britische Gesundheitsministerium den Export des Antivirus-Mittels ‚Ritonavir-Lopinavir‘ sowie des Mittels ‚Chloroquin‘ gegen Malaria verboten, um sicherzustellen, dass der eigene staatliche Gesundheitsdienst ununterbrochen mit Medikamenten versorgt wird.

Ein Sprecher des Ministeriums für Gesundheit und Soziales sagte: „Medikamente in Großbritannien, die möglicherweise von unseren Patienten benötigt werden, sollten nicht in andere Länder umgeleitet werden, um finanzielle Vorteile zu erzielen. Diese Vorsichtsmaßnahme wird sicherstellen, dass britische Patienten geschützt sind.“

Der Medizinische Leiter Prof. Chris Whitty fügte hinzu: „Das Wichtigste ist, Medikamente zu finden, die derzeit lizenziert sind und gegen dieses Virus wirken. Wir werden kein neues Medikament entwickeln können, bevor das Virus seinen Höhepunkt erreicht.“

China hat die Verwendung von ‚Favilavir‘, einem antiviralen Medikament, zur Behandlung von Coronaviren genehmigt, während das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie ‚Chloroquin‘, ‚Phosphate‘ und ‚Remdesivir‘ testet.  Das Land wartet zudem auf Zulassung einer neuartigen Stammzelltherapie, während China National Biotech Group ein „spezielles Immunplasma“ erprobt.

Die Tianjin Universität für traditionelle chinesische Medizin hat Tests am Menschen mit einer traditionellen Kräutermischung aus Geißblatt, Chinesischem Helmkraut und Hänge‐Forsythie durchgeführt und gibt an, so 23 Patienten geheilt zu haben.

Pfizer gab diese Woche bekannt, mehrere antivirale Verbindungen entdeckt zu haben, die das Coronavirus hemmen könnten, und dss Uternehmen äußerte die Hoffnung, bis Ende des Jahres mit den Tests beginnen zu können.

 

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Verweise:

 

 

 

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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