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Windhund erschnüffelt Krebsgeschwulst bei seinem Frauchen und rettet damit ihr Leben

Forschung

Windhund erschnüffelt Krebsgeschwulst bei seinem Frauchen und rettet damit ihr Leben

British Airways-Mitarbeiterin erzählt, wie es ihrem treuen Windhund zu verdanken ist, dass sie eine Krebsgeschwulst von der Größe einer Limone in ihrer Brust zu erkannte – was zu einer lebendsrettenden Diagnose führte.

  • Amanda Evans-Nash, 50, aus Greater Manchester, betont, dass ihr Hund ihr Leben gerettet hat
  • Ihr Windhund Jimmy half dabei, einen großen Krebstumor in ihrer Brust zu entdecken
  • 2017 wurde bei Amanda dreifach-negativer Brustkrebs diagnostiziert
  • Sie erhielt Chemotherapie, Strahlentherapie und eine operative Entfernung des Tumors
  • Die BA-Mitarbeiterin ist jetzt krebsfrei und wartet auf ihre Entwarnung nach fünf Jahren

Ein Hundeliebhabrin lobt ihren Windhund dafür, dass er ihr Leben rettete, indem er geholfen hatte, einen krebsartigen Tumor von der Größe einer Limone in ihrer linken Brust zu entdecken.

Die 50-jährige Amanda Evans-Nash, die bei British Airways arbeitet, lag eines Morgens im Bett, als ihr Hund Jimmy – den sie einst aus dem Tierheim geholt hatte, und der heute 10 jahre alt ist – aufsprang und anfing, an ihrer Brust zu schnüffeln.

Als Amanda aus Prestwich, Greater Manchester, ihren Hund wegschob, strich ihre Hand über eine Verhärtung in ihrer linken Brust, die sie zuvor nicht bemerkt hatte.

Amanda suchte ärztlichen Rat wegen des Knotens, dem sie nach dem Jungen in dem Horrorfilm The Omen scherzhaft den Namen Damien gab, und wurde mit einem dreifach-negativen Brustkrebs diagnostiziert.

Amanda ist immer noch verwundert darüber, dass ihr 10-jähriger Hund den lebensbedrohlichen Zustand riechen konnte, als sie vor zwei Jahren zusammen im Bett lagen. 

 

Amanda, deren Ehemann Graham Nash (53) bei Marks & Spencer arbeitet, möchte nun das Bewusstsein für die Krankheit schärfen.

Sie sagte: „Mein Krebs war sehr groß, aggressiv und breitete sich bereits aus. Wer weiß, wie das für mich ausgegangen wäre, wenn nicht Jimmy und sein hartnäckiges Schnüffeln an diesem Morgen gewesen wären?

Jetzt möchte ich nur noch das allgemeine Bewusstsein fördern. Viele Menschen sind sich nicht einmal bewusst, dass es mehr als eine Art von Brustkrebs gibt.

Brustkrebs-Organisationen werden bereits als überzeichnet wahrgenommen, aber es ist noch ein langer Weg in der Forschung –  insbesondere bezüglich der Form der Krankheit, die ich hatte.“

Die British Airways-Mitarbeiterin erhielt eine Strahlentherapie, eine Chemotherapie und eine Operation, in welcher der Krebstumor sowie ein weiterer Knoten und 29 Lymphknoten entfernt wurden.

 

Bei Amanda wurde eine seltene Form von Brustkrebs diagnostiziert, der als dreifach-negativer invasiver Duktalkarzinom-Brustkrebs bezeichnet wird. Er kann tückischerweise seine Form und Größe verändern und Kräuselspuren auf der Haut hinterlassen

Ihre Erfahrung unterstreicht die Ergebnisse einer Studie der US-amerikanischen Firma BioScentDx, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde. Sie zeigte, dass Hunde — von denen man weiß, dass sie Geruchsrezeptoren haben, die 10.000 Mal genauer sind als diejenigen von uns Menschen — Blutproben von Menschen mit Krebs mit einer Genauigkeit von fast 97 Prozent erschnüffeln konnten.

Amanda betont, dass sie eines Morgens im Juni 2017 zum ersten Mal auf ihren Krebs aufmerksam gemacht wurde, als sie mit ihrem vierbeinigen Freund im Bett lag.

Sie sagte: „Er wollte mich einfach nicht in Ruhe lassen. Es hat mich wirklich gekitzelt, also habe ich mit der rechten Hand nach ihm gegriffen, um ihn sanft wegzuschieben — und als ich es tat, fühlte ich eine Verhärtung unterhalb meiner linken Brustwarze.“

Amanda erinnert sich an den Moment, als Jimmy sie auf den Knoten aufmerksam machte und sagte, dass sie zusammen im Bett lagen, bevor er anfing, um ihre Achselhöhle und Brust herum zu schnüffeln

Zu ihrem Entsetzen war die Verhärtung  deutlich zu erkennen, als sie sich im Spiegel untersuchte, und Amanda begann sofort, das Schlimmste zu befürchten.

Als erstes ging sie am nächsten Morgen zu ihrem Hausarzt, der ihr sagte, es könne sich einfach um eine Zyste handeln, verwies sie jedoch an das Ninewells Hospital in Dundee, Schottland, in der Nähe ihres damaligen Wohnortes.

Dort sagte man Amanda, dass sie einen Termin erst in ungefähr zwei Wochen bekommen könne.

Sie kehrte schnell zur Arbeit zurück und teilte ihrem Chef mit, der ihr freundlicherweise half, die örtlichen privaten Krankenhäuser anzurufen, bevor sie an diesem Tag um 13:00 Uhr einen Termin im BMI Ross Hall Hospital in Glasgow bekam.

Amanda glaubte, dass Jimmy sie nur kitzelte, aber erst als sie ihn wegschob, spürte sie die Verhärtung in ihrer Brust und suchte ärztlichen Rat

„Gegen 18 Uhr wurde bei mir Brustkrebs diagnostiziert“, sagte sie.

Graham hatte in einem anderen Raum auf mich gewartet, aber als ich die Diagnose bekam, fühlte ich mich wie taub.

Ich konnte ihn kaum ansehen, weil ich Angst hatte, zusammenzubrechen. Als ich ins Zimmer zurückkam, sah er mich so an, als wollte er sagen: ‚Und? Gibt es Neuigkeiten?‘

Ich konnte nur den Kopf schütteln.“

Amanda wurde sodann dringend zum Ninewells Hospital zurücküberwiesen, wo sie eine Biopsie durchführen ließ, um genau festzustellen, welche Art von Brustkrebs sie hatte und ob er sich etwa ausgebreitet hat.

Die Ergebnisse bestätigten, dass sie einen dreifach negativen invasiven Duktalkarzinom-Brustkrebs hatte, was eine eher seltene Form dieser Krankheit ist.

Zu den Symptomen gehören Veränderungen der Größe, Form oder des Gefühls der Brust, Hautdellen, ein Ausschlag an der Brustwarze und der Umgebung sowie eine Schwellung der Achselhöhle.

 

Amandas Haupttumor war das limonengroße Wachstum, das sie ursprünglich gespürt hatte. Ein weiterer kleinerer Tumor befand sich ebenfalls oben auf ihrer Brust. Der Krebs hatte sich auch auf ihre Lymphknoten ausgebreitet.

„Nach meiner Diagnose habe ich ungefähr zwei Tage lang heftig geweint, aber ich habe immer versucht, das Positive zu erkennen und Humor zu bewahren, um da durchzukommen“, fuhr sie fort.

„Und irgendwann wurde mir klar, dass es mir nicht besser gehen würde, wenn ich im Bett bleiben und den ganzen Tag fernsehen würde. Also dachte ich mir: Genug geweint jetzt. Dann wollen wir das Biest mal besiegen!“

Auf dem Weg zu ihrer Behandlung fuhr Amanda an einem Regenbogen vorbei, von dem sie glaubt, dass er ein Zeichen ihres verstorbenen Vaters Gerry war, der ihr mitteilte, dass sie durchkommen wird

Dann, auf dem Weg zu ihrer ersten Chemotherapie-Sitzung im Perth Royal Infirmary, ungefähr zwei Wochen nach ihrer Diagnose, geschah etwas Merkwürdiges.

Amanda sagte: „Mein Vater Gerry Evans war erst im Oktober gestorben, bevor ich diagnostiziert wurde, und bei seiner Beerdigung las ich ein Gedicht vor mit dem Titel „Look for Me In Rainbows“ [„Achte auf Mich in Regenbögen“].

„Als ich nach Perth fuhr, sah ich einen riesigen Regenbogen über mir — und seitdem habe ich vor Behandlungsteminen ein paar Mal einen gesehen.

Die Leute mögen sagen, dass es nur ein Zufall war, aber es war immerhin sehr beruhigend. Für mich war es Dad, der aufpasste und sagte: ‚Alles wird gut, Kind‘.“

Amanda hatte ihren Hund damals aus einem Rettungszentrum geholt, in dem sie als Freiwillige half, und sie wusste, dass sie Jimmy einfach adoptieren musste, sobald sie ihn gesegen hatte

15 Tage nach Beginn der Chemotherapie begannen Amandas Haare auszufallen. Sie war indes fest entschlossen, sich nicht vom Krebs besiegen zu lassen würde, und um die Kontrolle wiederzugewinnen, rasierte sie sich den Kopf, anstatt durch den emotionalen Schmerz zu gehen, der dadurch entstand, dass die Haare nach und nach ausfallen würden.

Nach 18 Wochen Chemotherapie, die im November 2017 endete, wurde Amanda im Januar 2018 operiert.

Da die Behandlung ihren Tumor geschrumpft hatte, brauchte sie keine Mastektomie [Brustamputation], sondern lediglich eine breite lokale Exzision, bei der nur die Verhärtung und etwas gesundes umgebendes Gewebe entfernt wurden.

Amanda hat noch zwei weitere Windhunde neben Jimmy (Mitte). Links im Bild ist Betty, rechts ist Daisy 

Die Ärzte hatten desweiteren 29 Lymphknoten operativ emtfernt und zur Biopsie eingeschickt, um herauszufinden, ob sich der Krebs weiter ausgebreitet hatte.

Während sie auf die Ergebnisse wartete, wurde Amanda sechs Wochen lang einer Strahlentherapie unterzogen, die im April 2018 abgeschlossen wurde.

Zum Glück wurde Amanda die Entwarnung erteilt, nachdem die Ergebnisse zeigten, dass ihre Lymphknoten krebsfrei waren.

Sie sagte: „Ich habe immer noch Schmerzen in der Brust, wegen des ganzen Narbengewebes, aber abgesehen davon und einigen Gelenkschmerzen, von denen mir gesagt wird, dass sie eine Nebenwirkung der Chemotherapie sein können, fühle ich mich erstaunlich gut.

Im Mai nahmen Amanda und einige ihrer Freunde am jährlichem MoonWalk der Organisation Walk the Walk teil, um für die „fantastische“ Pflege, die sie erhalten hatte, etwas zurückzugeben und Geld zu sammeln und auf diese Form von Brustkrebs aufmerksam zu machen. Beim MoonWalk gehen Tausende von Männern und Frauen auf die Straßen und laufen in speziell dekorierten BHs 42 Kilometer durch die Nacht.

Amanda wurde bestätigt, dass sie krebsfrei ist, sie wartet aber nach der Operation im Jahr 2018 noch auf ihre völlige Entwarnung nach fünf Jahren ohne Symptome

„Wir haben unser Team Pinky Promises [„Rosige Aussichten“] genannt, weil meine beiden kleinen Cousins mir während der Behandlung versprochen haben, mutig zu sein, das zu tun, was die Ärzte gesagt haben, und nicht zu weinen“, fügte sie hinzu.

Amanda fühlt sich wieder gesund und wartet nun auf ihre Entwarnung nach fünf Jahren. Danach sinkt das Risiko, dass ihre Krebserkrankung erneut auftritt.

In der Zwischenzeit hat sie sich geschworen, alles zu tun, um andere zu ermutigen, ihre Brüste zu untersuchen.

Amanda hat nichts als das höchste Lob für ihren Hund zu sagen, der ihr Leben gerettet hat.

„Es wundert mich immer noch, dass ich den großen Tumor übersehen konnte, aber Jimmy hat ihn gefunden“, sagte sie.

Seitdem bei Amanda Krebs diagnostiziert wurde, hat sie sich geschworen, Geld zu sammeln und das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen, und hat am jährlichen Moon Walk teilgenommen, um Spenden für die gute Sache zu sammeln

 

„Jimmy  ist jetzt zehn Jahre alt und wir haben ihn seinerzeit von einem Windhund-Rettungszentrum geholt, zu dem wir uns freiwillig gemeldet haben. Er war immer mein Favorit, deshalb war ich so froh, ihn nach Hause bringen zu können.

Jetzt möchte ich die Leute zum Reden bringen. Viel zu oft sagen die Leute, sie hätten keine Ahnung, dass es so viele Arten von Brustkrebs gibt. Vor allem das dreifache Negativ, das ich hatte, braucht noch viel mehr Forschung. Die Behandlung ist schwieriger, da Sie keine Hormonbehandlungen anwenden können. Laut dem englischen Krebsforschungszentrum Cancer Research UK macht es nur etwa 15 Prozent der Brustkrebsfälle aus. Daher ist es relativ selten.

Aber je mehr Menschen darüber reden, desto mehr werden überleben.“

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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