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Die Sorge vor zu großer Strahlenbelastung durch 5G – Ist es wirklich eine Gefahr für Gesundheit?

Gesundheit

Die Sorge vor zu großer Strahlenbelastung durch 5G – Ist es wirklich eine Gefahr für Gesundheit?

Mit 5G drohten ernste Konsequenzen für Menschen und Umwelt – warnen mittlerweile mehr als 400 Mediziner und Naturwissenschaftler in einem internationalen Appell.

In einer US-amerikanischen Tierversuchsstudie wurden bei Ratten und Mäusen, die Mobilfunkstrahlung ausgesetzt waren, deutlich mehr Krebs-Tumoren festgestellt als bei nicht bestrahlten Artgenossen.

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) sieht jedoch keinen Grund zur Besorgnis: „In den Studien im Tierversuch wurden sehr hohe Strahlungen angewendet, die sehr weit entfernt sind von Strahlung, die wir im Alltag haben“, so BfS-Präsidentin Inge Paulini. Dennoch empfiehlt das Amt einen „vorsichtigen Umgang“ mit 5G – angesichts steigender Datenübertragungsmengen sollte die eigene Strahlenbelastung beim Telefonieren und Surfen gering gehalten werden:

  • Wer die Wahl hat, solle statt eines Smartphones besser sein Festnetztelefon nutzen, rät die Behörde.
  • Zudem sollten Verbraucher Telefonate am Handy möglichst kurz halten, Textnachrichten schreiben und nicht bei schlechtem Empfang telefonieren. Denn je schwächer die Verbindung zur nächsten Basisstation, desto intensiver arbeitet das elektromagnetische Feld in der Nähe des Telefonierenden.
  • Wer über ein Headset telefoniert, setze seinen Kopf geringerer Strahlung aus. Entscheidend für die Strahlenbelastung sei auch der Abstand des Geräts zum Körper.
  • Verbraucher, die viel mit ihrem Smartphone oder Tablet im Internet surfen, sollten dies am besten bei gutem Empfang oder im WLAN tun, rät das BfS. Im drahtlosen Netz sei die Sendeleistung in der Regel niedriger als bei gängigen Mobilfunkstandards wie LTE.

Die 5G Technik soll die „langsame“ LTE-Technik (4G) ablösen. Hier: Vergleich zwischen 5G und 4G-Sendemasten

Fragen & Antworten zu 5G

Die Strahlenbelastung des 5G Netzes auf den menschlichen Körper sind noch weitestgehend unerforscht.

Welche Strahlung wird verwendet? Wie wirkt sie auf den Körper?

Die Strahlenbelastung des 5G Netzes auf den menschlichen Körper sind noch weitestgehend unerforscht.Bei der Mobilfunkstrahlung, wie sie auch bei 5G genutzt wird, handelt es sich um elektromagnetische Strahlung. Zahlreiche Studien haben sich bereits mit den Auswirkungen beschäftigt. „Eindeutig nachgewiesen ist bislang lediglich, dass die hochfrequenten Felder eine thermische, also wärmende Wirkung haben. Das kennt man ja auch aus der Mikrowelle“, erklärt Sarah Drießen vom Forschungszentrum für elektromagnetische Umweltverträglichkeit an der RWTH Aachen.

 

Allerdings fällt beim Mobilfunk dieser Effekt viel geringer aus. Um eine schädliche Wirkung auszuschließen, gibt es Grenzwerte, wie den SAR-Wert, dessen empfohlener Höchstwert von zwei Watt pro Kilogramm am Kopf nicht überschritten werden sollte.

Wo finde ich den SAR-Wert meines Geräts?

Bei jedem Smartphone muss der Wert aus zwei Messungen angegeben werden – beim Telefonieren am Ohr und beim Tragen des Geräts am Körper. Die Werte finden sich in der Betriebsanleitung des Geräts und online in einer Datenbank des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS), die regelmäßig aktualisiert wird. Bei einem Wert von unter 0,6 sprechen Experten von einem strahlungsarmen Gerät.

Gilt Mobilfunkstrahlung als krebserregend?

Die Antwort auf diese Frage ist umstritten. „Nein“, sagt Gunde Ziegelberger vom BfS. „Wir haben keinen Nachweis, dass die Smartphone-Nutzung bei Einhaltung der internationalen Grenzwerte Krebs verursachen könnte.“ Zwar seien die Studien noch nicht in der Lage, völlige Sicherheit zu geben, weil sich Tumoren über lange Zeit entwickelten. „Aber mit jedem Jahr, in dem wir keinen Anstieg an Erkrankungen sehen, erhalten wir mehr Gewissheit.“

Biologin Drießen verweist derweil auf eine Expertengruppe der WHO, die 2011 alle bis dato veröffentlichten Studien zusammenfassend bewertete. „Die IARC kam zur Einschätzung, dass Mobilfunkstrahlung ‚möglicherweise krebserregend‘ ist.“ Das sei aber noch kein eindeutiges Urteil, betont sie. „Dennoch sollten wir die Studien hierzu grundsätzlich ernst nehmen.“ Endgültig kann die Frage wohl noch nicht beantwortet werden.

Was bedeutet das alles nun für den 5G-Ausbau?

„Es ist zu erwarten, dass 5G zu einer massiven Zunahme der Zwangsexposition durch Funkstrahlung führt“, warnte der der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). So wolle allein die Telekom die Zahl ihrer Mobilfunkstandorte verdoppeln. Das BfS fordert einen „umsichtigen Ausbau“. Die 5G-Frequenzen liegen bei 2,0 und 3,6 und 3,7 Gigahertz. „Sie sind also weitestgehend in den Frequenzbereichen, die wir vom jetzigen Mobilfunk kennen und die bereits gut erforscht sind“, sagt BfS-Sprecherin Nicole Meßmer. „Perspektivisch sollen aber höhere Frequenzen im Bereich um 26 Gigahertz genutzt werden und die sind zum jetzigen Zeitpunkt wenig erforscht.“

Offene Fragen sieht das Bundesamt auch bei der Installation neuer Mobilfunkanlagen. „Hier gibt es mehrere gegenläufige Effekte.“ Einerseits würden zwar mehr Sender installiert werden, aber mit geringerer Sendeleistung. Diese würden dann näher an Orten betrieben, an denen sich tatsächlich Menschen aufhalten. „Wie sich das dann auswirkt, wie hoch die Strahlung sein wird, der jeder Einzelne ausgesetzt ist, ist im Moment schwierig abzusehen.“

 

Quelle: http://www.3sat.de/page/?source=/nano/technik/198752/index.html

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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