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Hundehalter haben eine längere Lebenserwartung, insbesondere nach Herzinfarkt und Schlaganfall

Forschung

Hundehalter haben eine längere Lebenserwartung, insbesondere nach Herzinfarkt und Schlaganfall

Das Halten eines Hundes scheint zu einem um 33% geringeren Risiko eines frühen Todes bei allein lebenden Herzinfarktüberlebenden und einem um 27% geringeren Risiko eines frühen Todes bei allein lebenden Schlaganfallüberlebenden zu führen, im Vergleich zu Menschen, die keinen Hund haben. Die Hundehaltung war insgesamt mit einem um 24% reduzierten Risiko der Gesamtmortalität und einem um 31% geringeren Risiko des Todes durch Herzinfarkt oder Schlaganfall im Vergleich zu Menschen ohne Hund verbunden.

Hundehaltung lässt sich mit einer längeren Lebensdauer und besseren kardiovaskulären Ergebnissen in Beziehung setzen, insbesondere bei Überlebenden von Herzinfarkt und Schlaganfall, die als Single leben, so eine neue Studie und eine separate Meta-Analyse mit dem Titel ‚Cardiovascular Quality and Outcomes‘ [übersetzt: Herz-Kreislauf-Qualität und -Ergebnisse], veröffentlicht in der Zeitschrift ‚Circulation‘ der American Heart Association (AHA).

Hundehalter haben eine längere Lebenserwartung, insbesondere nach einem Herzinfarkt und Schlaganfall.

„Die Ergebnisse dieser beiden sorgfältig durchgeführten Studien und Analysen stützen sich auf frühere Studien und die Schlussfolgerungen der 2013 von der AHA herausgegebenen wissenschaftlichen Erklärung ‚Haustierbesitz und kardiovaskuläres Risiko‘, wonach der Besitz von Hunden mit einer Verringerung der Faktoren verbunden ist, die zum Herzrisiko und zu kardiovaskulären Ereignissen beitragen“, sagte Dr. Glenn N. Levine, Vorsitzender der Autorengruppe der American Heart Association über die wissenschaftliche Stellungnahme zum Thema Tierbesitz. „Darüber hinaus liefern diese beiden Studien gute Qualitätsdaten, die darauf hinweisen, dass der Besitz von Hunden mit einer verringerten Herz- und Gesamtsterblichkeit in Zusammenhang steht. Wenngleich diese nicht randomisierten Studien nicht „beweisen“ können, dass die Adoption oder der Besitz eines Hundes direkt zu einer verringerten Sterblichkeit führt, sprechen diese robusten Ergebnisse zumindest dafür. “

Angesichts früherer Untersuchungen, die belegt hatten, wie sich soziale Isolation und mangelnde körperliche Aktivität negativ auf die Patienten auswirken können, untersuchten Forscher sowohl in der Studie als auch in der Metaanalyse, wie sich der Besitz von Hunden auf die Gesundheitsergebnisse auswirkt. Frühere Studien haben gezeigt, dass Hundebesitz die soziale Isolation mindert, die körperliche Aktivität verbessert und sogar den Blutdruck senkt. Dies lässt Forscher vermuten, dass Hundebesitzer möglicherweise bessere kardiovaskuläre Ergebnisse erzielen können als Menschen ohne Hund.

Hundehalter sind oft glücklicher als Menschen ohne Haustiere.

Hundebesitz und Überleben nach einem schwerwiegenden Herz-/Kreislauf-Anfall

Forscher in dieser Studie verglichen die Gesundheitsergebnisse von Hundebesitzern und Nichtbesitzern nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall anhand von Gesundheitsdaten aus dem schwedischen Patientenregister. Bei den untersuchten Patienten handelt se sich um schwedische Einwohner im Alter von 40 bis 85 Jahren, die zwischen 2001 und 2012 einen Herzinfarkt oder einen ischämischen Schlaganfall erlitten hatten.

Im Vergleich zu Menschen, die keinen Hund besaßen, stellten die Forscher fest, dass für die Hundebesitzer:

  • Das Sterberisiko für allein lebende Herzinfarktpatienten nach einem Krankenhausaufenthalt um 33% bzw. für Patienten, die mit einem Partner oder einem Kind zusammenleben, um 15% niedriger war.
  • Das Sterberisiko für allein lebende Schlaganfallpatienten nach einem Krankenhausaufenthalt 27% niedriger war bzw. 12% niedriger für diejenigen, die mit einem Partner oder einem Kind leben.

In der Studie wurde festgestellt, dass fast 182.000 Menschen einen Herzinfarkt hatten, von denen fast 6% Hundebesitzer waren, und dass fast 155.000 Menschen einen ischämischen Schlaganfall hatten, unter denen fast 5% Hundebesitzer waren. Der Hundebesitz wurde durch Daten der schwedischen Landwirtschaftsbehörde (die Registrierung des Besitzes von Hunden ist seit 2001 vorgeschrieben) und des schwedischen Kennel Clubs (alle Rassehunde sind seit 1889 registriert) bestätigt.

Das geringere Sterberisiko im Zusammenhang mit dem Besitz von Hunden könnte durch eine Zunahme der körperlichen Aktivität und die Abnahme von Depressionen und Einsamkeit erklärt werden, die beide bereits in früheren Studien mit dem Besitz von Hunden in Verbindung gebracht wurden.

„Wir wissen, dass soziale Isolation ein starker Risikofaktor für schlechtere Gesundheitsergebnisse und vorzeitigen Tod ist. Frühere Studien haben gezeigt, dass Hundebesitzer weniger sozial isoliert sind und mehr mit anderen Menschen interagieren“, sagte Dr. Tove Fall, Professor an der Universität Uppsala in Schweden. „Darüber hinaus ist das Halten eines Hundes eine gute Motivation für körperliche Aktivitäten, was ein wichtiger Faktor für die Rehabilitation und die geistige Gesundheit ist.“

Während diese Studie aus einer großen Stichprobe stammt, könnten sich potenzielle Fehlklassifizierungen des Besitzes von Hunden bei zusammenlebenden Paaren, dem Tod eines Hundes und einem Halterwechsel auf die Ergebnisse der Studie ausgewirkt haben.

„Die Ergebnisse dieser Studie deuten auf positive Auswirkungen des Besitzes von Hunden bei Patienten nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall hin. Es sind jedoch weitere Untersuchungen erforderlich, um einen Kausalzusammenhang zu bestätigen und Empfehlungen hinsichtlich einer Verschreibung von Hunden zur Vorbeugung abzugeben. Darüber hinaus sollten Hunde schon aus Tierschutzgründen nur von Menschen erworben werden, die das Gefühl haben, die Fähigkeit und das Wissen zu besitzen, dem Haustier ein gutes Leben zu ermöglichen.“

Mitautoren der Studie sind Mwenya Mubanga, M.D., M.P.H.; Liisa Byberg, Ph.D.; Agneta Egenvall, V.M.D., Ph.D.; Erik Ingelsson, M.D., Ph.D.; und Tove Fall, V.M.D., Ph.D. Die Forschungsstiftung Agria und der schwedische Forschungsrat für Umwelt, Agrarwissenschaften und Raumplanung (FORMAS), Stipendium Nr. 2013-1673, haben die Studie finanziert.

 

Hundebesitz und Überleben: Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse

Die Forscher überprüften die Patientendaten von über 3,8 Millionen Menschen aus 10 verschiedenen Studien für eine zusammengesetzte Metaanalyse. Von den 10 untersuchten Studien umfassten neun einen Vergleich der Gesamtmortalitätsergebnisse für Hundebesitzer und Nichtbesitzer und vier verglichen die kardiovaskulären Ergebnisse von Hundebesitzern und Nichtbesitzern.

Die Forscher stellten fest, dass Hundebesitzer im Vergleich zu Nichtbesitzern Folgendes erlebten:

  • 24% reduziertes Risiko für Gesamtsterblichkeit
  • 65% reduziertes Sterberisiko nach Herzinfarkt
  • 31% reduziertes Sterberisiko aufgrund von kardiovaskulären Problemen

„Ein Hund war in früheren Berichten mit erhöhter körperlicher Bewegung, niedrigeren Blutdruckwerten und einem besseren Cholesterinprofil in Verbindung gebracht worden“, sagte Caroline Kramer, M.D. Ph.D., Assistenzprofessorin für Medizin an der Universität vonToronto sowie Endokrinologin und klinische Forscherin am Sinai-Zentrum für Diabetes am Mount Sinai Hospital. „Insofern sind die Ergebnisse, dass Menschen, die Hunde besaßen, länger lebten und ihr Risiko für einen kardiovaskulären Tod ebenfalls geringer war, durchaus zu erwarten.“

Zu den analysierfähigen Studien gehörten solche, die unter Erwachsenen im Alter von 18 Jahren oder älter durchgeführt wurden, Originaldaten aus einer prospektiven Originalstudie, die zu Beginn der Studie den Besitz von Hunden bewerteten und die Gesamtursachen- oder kardiovaskuläre Sterblichkeit von Patienten berichteten. Studien wurden ausgeschlossen, wenn sie rückblickend waren, keine absolute Anzahl von Ereignissen aufwiesen und nicht-tödliche kardiovaskuläre Ereignisse berichteten.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ein Hund ein längeres Leben bedeutet. Unsere Analysen berücksichtigten keine Störfaktoren wie eine bessere Fitness oder einen insgesamt gesünderen Lebensstil, die mit dem Besitz von Hunden in Verbindung gebracht werden könnten. Die Ergebnisse waren jedoch sehr positiv“, sagte Dr. Kramer. „Der nächste Schritt zu diesem Thema wäre eine interventionelle Studie zur Bewertung der kardiovaskulären Ergebnisse nach der Adoption eines Hundes und der sozialen und psychologischen Vorteile des Hundebesitzes. Als Hundebesitzer kann ich dazu beitragen und sagen, dass die Aufnahme von Romeo (dem Zwergschnauzer des Autors) tatsächlich meine Schritte und meine körperliche Aktivität jeden Tag gesteigert und meinen Alltag mit Freude und bedingungsloser Liebe erfüllt hat.“

 

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