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Magnesium stellt Psychopharmaka bei der Wirkung gegen Depressionen in den Schatten – neue Studie

Depression

Magnesium stellt Psychopharmaka bei der Wirkung gegen Depressionen in den Schatten – neue Studie

Eine aussagekräftige klinische Studie zeigt, dass Magnesium für ein paar Cent pro Tag eine wirksame, sichere und erschwingliche Alternative zu gefährlichen und relativ unwirksamen pharmazeutischen Antidepressiva darstellt.

Depression ist eine der am häufigsten diagnostizierten Erkrankungen unserer Zeit, mit über 3 Millionen Fällen pro Jahr allein in den USA bzw. 350 Millionen Erkrankungen weltweit. In der Schulmedizin werden Antidepressiva als Erstmedikamente in Betracht gezogen, einschließlich eines neu zugelassenen nach einer Geburt injizierten Arzneimittels, das 34.000 US-Dollar pro Behandlung kostet, und sie werden bis zum Jahr 2023 einen geschätzten weltweiten Umsatz von 16 Milliarden US-Dollar erzielen. Trotz ihres weit verbreiteten Gebrauchs sind diese Medikamente mit einer Reihe von schwerwiegenden Nebenwirkungen behaftet, einschließlich Selbstmordgedanken und ihrer Realisierung – gewiss das Letzte was man sich wünscht, wenn man eh schon für Selbstmordgedanken anfällig ist. Allein aus diesem Grund werden mehr denn je natürliche, sichere und wirksame Alternativen benötigt.

Während die Forschung nach natürlichen Alternativen, die zur Vorbeugung oder Behandlung von Depressionen untersucht wurden, beinahe täglich anwächst, ist es selten, qualitativ hochwertige klinische Forschung am Menschen zu diesem Thema in angesehenen Fachzeitschriften zu finden. Aus diesem Grund ist eine in PLOS One veröffentlichte aussagekräftige Studie mit dem (übersetzten) Titel ‚Die Rolle von zusätzlichem Magnesium bei der Behandlung von Depressionen: Eine randomisierte klinische Studie‘ so vielversprechend. Magnesium ist nicht nur sicher, erschwinglich und leicht zugänglich, sondern laut dieser kürzlich durchgeführten Studie auch wirksam bei der Behandlung von leichten bis mittelschweren Symptomen einer Depression.

Während bereits in früheren Studien der Zusammenhang zwischen Magnesium und Depressionen untersucht wurde, ist dies die erste placebokontrollierte klinische Studie, in der untersucht wurde, ob die Verwendung von rezeptfreiem Magnesiumchlorid (248 mg elementares Magnesium pro Tag über 6 Wochen hinweg) die Symptome einer Depression verbessert.


Die Anordnung der Studie war wie folgt:

„Eine offene, blockierte, randomisierte, quervergleichende Studie wurde in ambulanten Primärkliniken an 126 Erwachsenen (Durchschnittsalter 52; 38% Männeranteil) durchgeführt, bei denen leichte bis mittelschwere Symptome diagnostiziert wurden und die mit einem Patienten-Gesundheitsfragebogen (PHQ-9) Wert von 5-19 eingestuft waren. Die Intervention bestand aus einer 6-wöchigen aktiven Behandlung (248 mg elementares Magnesium pro Tag) im Vergleich zu einer 6-wöchigen Kontrollzeit (ohne Behandlung). Die Beurteilung der Depressionssymptome erfolgte im Rahmen von zweiwöchentlichen Telefonanrufen. Das hauptsächliche Ergebnis war die Nettodifferenz in der Veränderung der Depressionssymptome vom Ausgangswert bis zum Ende jeder Behandlungsperiode. Zu den weiteren Ergebnissen gehörten Veränderungen der Angstsymptome sowie die Beachtung des Einnahmeschemas, das Auftreten von Nebenwirkungen und die Absicht, in Zukunft Magnesiumpräparate zu verwenden. Zwischen Juni 2015 und Mai 2016 stellten 112 Teilnehmer auswertbare Daten zur Verfügung.“

 

Die Studie gelangte zu folgenden Ergebnissen:

Der Konsum von Magnesiumchlorid über 6 Wochen führte zu einer deutlichen Nettoverbesserung der PHQ-9-Werte von -6,0 Punkten und einer Nettoverbesserung der Ergebnisse bei Allgemeinen Angststörungen von -4,5 Punkten. Die durchschnittliche korrekte Beachtung der Medikamentierungsdosis betrug 83% gemäß der Pillenzahl. Die Nahrungsergänzungsmittel wurden gut vertragen und 61% der Teilnehmer gaben an, dass sie in Zukunft Magnesium verwenden würden. Ähnliche Effekte wurden unabhängig von Alter, Geschlecht, Schweregrad der Depression zu Beginn, Magnesiumspiegel zu Beginn oder Verwendung von Antidepressiva beobachtet. Die Effekte stellten sich innerhalb von zwei Wochen ein. Magnesium ist wirksam bei leichten bis mittelschweren Depressionen bei Erwachsenen. Es wirkt schnell und ist gut verträglich, ohne dass die Toxizität genau überwacht werden muss.“

Um es in Relation zu stellem, bei Antidepressiva geht man von einer „angemessenen oder vollständigen Behandlungsreaktion“ mit einem PHQ-9-Wert „Rückgang um 5 Punkte oder mehr gegenüber dem Ausgangswert“ aus.  Bei dieser Wirksamkeit lautet die empfohlene Maßnahme: Behandlung nicht ändern; regelmäßig kontrollieren. Der Magnesium-Effekt von -6,0 zeigt die Höhe des Erfolgs innerhalb der herkömmlichen Erwartungen für eine vollständige Reaktion, die man auch als „Remission“ bezeichnet. Im Gegensatz dazu führen herkömmliche Antidepressiva dazu, dass fast die Hälfte der Patienten die Behandlung im ersten Monat abbricht, was in der Regel auf ihre starken und manchmal schwächenden Nebenwirkungen zurückzuführen ist.

Um die wichtigsten Studienergebnisse zusammenzufassen:

  • Es gab eine klinisch signifikante Verbesserung sowohl der Depressions- als auch der Angstwerte.
  • 61% der Patienten gaben an, zukünftig Magnesium zu verwenden.
  • Ähnliche Effekte zeigten sich quer und unabhängig von Alter, Geschlecht, Schweregrad der Depression, Magnesium-Ausgangswerte oder etwaiger Verwendung von Antidepressiva.
  • Die Effekte stellten sich innerhalb von zwei Wochen ein.

Die Autoren der Studie folgerten:

„Magnesium ist wirksam bei leichten bis mittelschweren Depressionen bei Erwachsenen. Es wirkt schnell und ist gut verträglich, ohne dass die Toxizität genau überwacht werden muss.“

 

Jenseits von Depressionen: Viele gesundheitliche Vorteile von Magnesium und Quellen für die Versorgung

Magnesium spielt eine zentrale Rolle bei der Energieproduktion unseres Körpers, da es in 300 Enzymen des menschlichen Körpers enthalten ist. Tatsächlich wurden über 3.751 Magnesiumbindungsstellen in menschlichen Proteinen identifiziert, was darauf hinweist, dass die zentrale Bedeutung für die Ernährung bislang stark unterschätzt wurde.

Forschung über Magnesium hat sich in den letzten 40 Jahren mit einer konstanten Rate von ungefähr 2.000 neuen Studien pro Jahr angesammelt. Datenbanken haben bisher weit über 100 gesundheitliche Vorteile von Magnesium erfasst.  Der Kürze halber werden wir uns im Folgenden mit sieben zentralen therapeutischen Anwendungen für Magnesium befassen:

 

  • Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerzen): Magnesiummangel ist nicht nur bei Patienten mit Fibromyalgie häufig, sondern es wurde klinisch nachgewiesen, dass die Einahme relativ niedriger Magnesiumdosen (50 mg) in Kombination mit Apfelsäure in Form von Magnesiummalat Schmerzen und Empfindlichkeit verbessert.
  • Vorhofflimmern: Es gibt eine Reihe von Studien, die zeigen, dass eine Magnesiumergänzung das Vorhofflimmern entweder allein oder in Kombination mit herkömmlichen Arzneimitteln verringert.
  • Diabetes, Typ 2: Magnesiummangel kommt bei Typ-2-Diabetikern mit einer Inzidenz von 13,5 bis 47,7% laut einer Studie von 2007 häufig vor. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass Typ-2-Diabetiker mit peripherer Neuropathie (Erkrankungen des Nervensystems) bzw. koronarer Herzkrankheit niedrigere Magnesiumspiegel in den Zellen aufweisen. Es hat sich gezeigt, dass die Einnahme von ergänzendem Magnesium bei Patienten mit Typ-2-Diabetes den Nüchternglukosespiegel im Plasma senkt und den HDL-Cholesterinspiegel erhöht. Es wurde zudem nachgewiesen, dass es die Insulinsensitivität und die Stoffwechselkontrolle bei Typ-2-Diabetikern verbessert.
  • Prämenstruelles Syndrom: Bei Frauen mit Beschwerden vor der Menstruation wurde häufig ein Magnesiummangel beobachtet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass man festgestellt hat, es das prämenstruelle Symptom der Flüssigkeitsansammlung lindert und die damit verbundenen Symptome bei Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren, die 250 mg Tabletten über einen Beobachtungszeitraum von 3 Monaten erhielten, um ca. 34% reduziert wurden. In Kombination mit Vitmin B6 hat sich gezeigt, dass eine Magnesiumergänzung angstbedingte prämenstruelle Symptome bessert.
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen und Sterblichkeit: Niedrige Magnesiumkonzentrationen im Serum sagen ein kardiovaskuläres (Herz-/Kreislauf) Sterberisiko und eine erhöhte allgemeine Sterblichkeit voraus. Magnesium entfaltet seine Schutzwirkung in vielfacher Weise: Es kann wie ein Kalziumkanalblocker wirken, es ist blutdrucksenkend, es ist krampflösend (was vor Koronararterienkrampf schützen kann) und wirkt Thrombosen entgegen.Außerdem sind die Herzmuskelzellen erheblich dichter in den Mitochondrien (bis zu 100 mal mehr pro Zelle als im Skelettmuskel), den „Kraftzentren“ der Zelle, die ausreichend Magnesium benötigen, um ATP über den Zitronensäurezyklus zu produzieren.
  • Migräneerkrankungen: Man hat festgestellt, dass der Magnesiumspiegel im Blut bei Migräneanfällen signifikant niedriger ist. Ein kürzlich im Journal of Neural Transmission veröffentlichter Artikel mit dem (übersetzten) Titel „Warum alle Migränepatienten mit Magnesium behandelt werden sollten“ weist darauf hin, dass routinemäßige Blutuntersuchungen die tatsächlichen Magnesiumspeicher des Körpers nicht genau wiedergeben, da sich weniger als 2% im messbaren Bereich außerhalb der Zellen befinden, während „67% im Knochen und 31% in den Zellen sind.“ Die Autoren argumentieren, dass „Routine-Blutuntersuchungen keinen Hinweis auf den Magnesiumstatus geben, weshalb eine empirische Behandlung mit mindestens oraler Gabe von Magnesium bei allen Migränepatienten gerechtfertigt ist.“ In der Tat hat sich gezeigt, dass die Einnahme von Magnesiumergänzungsmitteln die Anzahl der Kopfschmerztage bei Kindern mit häufigen Migränekopfschmerzen verringert und in Kombination mit L-Carnitin die Migränehäufigkeit auch bei Erwachsenen wirksam senkt.
  • Altern: Während natürliches Altern ein gesunder Prozess ist, hat man festgestellt, dass beschleunigtes Altern häufig ein Merkmal von Magnesiummangel ist. Dies ist insbesondere im Zusammenhang mit langen Weltraumflügen zu beobachten, bei denen niedrige Magnesiumspiegel mehr als 10-mal schneller mit kardiovaskulärer Alterung in Verbindung gebracht werden als auf der Erde. Es hat sich gezeigt, dass eine Magnesiumergänzung altersbedingte neuroendokrine, d.h. das Nervensystem betreffende, und Schlaf-Veränderungen beim Menschen umkehrt. Einer der möglichen Mechanismen hinter dem mit Magnesiummangel verbundenen beschleunigten Altern besteht darin, dass Magnesium zur Stabilisierung der DNA und zur Förderung der DNA-Replikation benötigt wird. Es ist auch an der Heilung der Chromosomenden beteiligt, nachdem sie bei der Mitose geteilt wurden.

Es ist ziemlich erstaunlich, die aufgezählten positiven Nebeneffekte der Gabe bzw. Einnahme von Magnesium im Zusammenhang mit den bekannten Nebenwirkungen pharmazeutischer Ansätze zur Symptombehandlung der Krankheit zu betrachten. Im Durchschnitt haben konventionelle Medikamente 75 Nebenwirkungen, einschließlich tödlicher (wenngleich seltener). Wenn man die vielen positiven Nebeneffekte von Magnesium berücksichtigt, sowie seine extrem geringe Toxizität, stellt diese grundlegende mineralische Intervention (und Ernährungsnotwendigkeit) pharmazeutische Ansätze gegen Depression eindeutig in den Schatten.

Beste Magnesiumquellen in der Ernährung

Die beste Quelle für Magnesium ist aus der Nahrung, und ein Weg, Magnesium enthaltende Nahrungsmittel zu identifizieren, sind solche, die grün sind, d.h. reich an Chlorophyll.  Chlorophyll, der Stoff, der es Pflanzen ermöglicht, Sonnenenergie einzufangen und in Stoffwechselenergie umzuwandeln, hat ein Magnesiumatom in seinem Kern. Tatsächlich könnten Pflanzen ohne Magnesium die Lichtenergie der Sonne nicht nutzen.

Magnesium ist jedoch in seiner elementaren Form farblos, und viele Lebensmittel, die nicht grün sind, enthalten es ebenfalls. Der Punkt hier ist, dass in Lebensmitteln komplexiertes Magnesium vom Körper effizienter absorbiert und genutzt wird als in seiner elementaren Form, zum Beispiel bei der Extraktion aus Kalkstein in Form von Magnesiumoxid.

Die folgenden Lebensmittel enthalten außergewöhnlich viel Magnesium. Die beschriebene Inhaltsmenge an Magnesium bezieht sich auf ein jeweiliges Lebensmittelgewicht von 100 Gramm.

  • Reiskleie, roh (781 mg)
  • Seetang, Agar, getrocknet (770 mg)
  • Schnittlauch, gefriergetrocknet (640 mg)
  • Gewürz, Korianderblatt, getrocknet (694 mg)
  • Samen, Kürbis, getrocknet (535 mg)
  • Kakao, trockenes Pulver, ungesüßt (499 mg)
  • Gewürz, Basilikum, getrocknet (422 mg)
  • Samen, Leinsamen (392 mg)
  • Gewürz, Kreuzkümmel (366 mg)
  • Nüsse, Paranüsse, getrocknet (376 mg)
  • Petersilie, gefriergetrocknet (372 mg)
  • Samen, Sesamschrot (346 mg)
  • Nuss, Mandel-Butter (303 mg)
  • Nüsse, Cashewnüsse, geröstet (273 mg)
  • Sojamehl, entfettet (290 mg)
  • Molke, süß, getrocknet (176 mg)
  • Bananen, gedörrt (108 mg)
  • Hirse, gepufft (106 mg)
  • Schalotten, gefriergetrocknet (104 mg)
  • Lauch, gefriergetrocknet (156 mg)
  • Fisch, Lachs, roh (95 mg)
  • Zwiebeln, gedörrte Flocken (92 mg)
  • Grünkohl, roh (88 mg)

Glücklicherweise ist Magnesium für diejenigen, die höhere Dosen benötigen oder nicht zu magnesiumreichen Lebensmitteln neigen, überall auf dem Mark in Nahrungsergänzungsformen erhältlich. Denjenigen, die den Nebeneffekt der Magnesiumtherapie nutzen möchten, nämlich ihre mild abführenden Eigenschaften, sei versichert, dass Magnesiumcitrat oder -oxid diese zusätzliche Wirkung bietet.

Für diejenigen, welche die Aufnahme und Bioverfügbarkeit von Magnesium im Körper optimieren möchten, ist Magnesiumglycinat ideal, da Glycin die kleinste Aminosäure ist, die sich mit Magnesium verbindet und daher gut aufgenommen wird.

 

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Verweise:

 

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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