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Grüner Tee könnte im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien helfen

Forschung

Grüner Tee könnte im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien helfen

Antibiotikaresistente Bakterien („Super-Bugs“) – also solche Bakterien, denen Antibiotika nichts anhaben können – sind eine der größten Bedrohungen für die allgemeine Gesundheit weltweit. Während die Forschung nach Lösungen sucht, kommt eine aktuelle Studie zu dem Schluss, dass eine in Grünem Tee enthaltene Verbindung die Wirksamkeit vorhandener Medikamente stärken könnte.

Eine kürzlich durchgeführte Studie untersuchte Epigallocatechin, eine Verbindung in Grünem Tee.

Antibiotika haben sich als unerlässlich für die Behandlung von bakteriellen Infektionen erwiesen, seit sie in den 1930er Jahren erstmals von Ärzten angewendet wurden.

Bakterien haben jedoch auch die unangenehme Eigenschaft, schnell resistent gegen die Medikamente zu werden, die sie töten sollen.

Allein in den Vereinigten Staaten infizieren arzneimittelresistente Bakterien jedes Jahr mindestens 2 Millionen Menschen, was laut den dortigen Zentren für Krankheitskontrolle und Schutz (CDC) zu über 23.000 Todesfällen führt.

Angesichts der zunehmenden Verbreitung antibiotikaresistenter Krankheitserreger suchen die Forscher nach innovativen Maßnahmen.

 

Verbindung in Grünem Tee untersucht

Die jüngste Studie hat auf der Suche nach Wegen zur Lösung der Antibiotikaresistenzkrise Grünen Tee untersucht. Die Autoren der Studie kommen zu dem Schluss, dass eine bestimmte Verbindung in Grünem Tee in ihrer Wirkung fehlschlagende Antibiotika unterstützen und ihnen dabei helfen könnte, Bakterien effizienter abzutöten.

Die Wissenschaftler der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Surrey in Guildford, Großbritannien, konzentrierten sich auf das Bakterium Pseudomonas aeruginosa.

Dieses Bakterium kann schwere Infektionen der Haut, des Blutes sowie der Atem- und Harnwege verursachen.

Die Bakterien werden resistent gegen zahlreiche Antibiotika und sind zunehmend schwerer zu bekämpfen. Derzeit behandeln Ärzte P. aeruginosa-Infektionen mit einer Kombination von Antibiotika.

Grüner Tee enthält eine unter der Bezeichnung Epigallocatechin (EGCG) bekannte Verbindung. Forscher interessieren sich aus mehreren Gründen wissenschaftlich für dieses Polyphenol. Einige Studien haben sich beispielsweise damit befasst, ob es Entzündungen und rheumatoide Arthritis behandeln könnte.

In der jüngsten Untersuchung kombinierten die Forscher EGCG von Grünem Tee mit Aztreonam, einem Antibiotikum, das üblicherweise zur Bekämpfung von P. aeruginosa eingesetzt wird. Sie fanden heraus, dass die Kombination die Anzahl der klinischen multiresistenten Stämme von P. aeruginosa in Laborkulturen verringerte.

Die im Journal of Medical Microbiology [Zeitschrift für medizinische Mikrobiologie] veröffentlichte Studie untersuchte zudem die Wechselwirkung zwischen EGCG und Aztreonam in einem Tiermodell. Insbesondere verwendeten sie Larven der Großen Wachsmotte, von denen Wissenschaftler festgestellt haben, dass sie ein nützliches Modell für die Untersuchung von Antibiotika ist.

Sie stellten erneut fest, dass EGCG in Kombination mit Aztreonam wirksamer war als die alleinige Anwendung des Arzneimittels oder von EGCG. Die Wissenschaftler glauben, dass EGCG die Durchlässigkeit des Bakteriums erhöht, so dass Antibiotika leichter durchdringen können.

 

Grüner Tee hilft im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien

Grüner Tee hilft im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien

 

Antibiotikaresistenz bedroht uns alle

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, dass die Einnahme von Antibiotika, wenn sie nicht unbedingt benötigt werden – sowohl beim Mensch als auch bei Tieren – die Arzneimittelresistenz beschleunigt und uns alle gefährdet.

Es ist wichtig zu betonen, dass nicht die Person resistent wird, sondern das Bakterium. Dies bedeutet, dass Heilmittel für häufige Infektionen in ihrer Wirksamkeit bedroht sind.

„Die sogenannte Antimikrobielle Resistenz (AMR) ist eine schwerwiegende Bedrohung für die allgemeine öffentliche Gesundheit. Ohne wirksame Antibiotika wird der Erfolg medizinischer Behandlungen beeinträchtigt. Wir müssen dringend neuartige Antibiotika im Kampf gegen AMR entwickeln.“, so schreibt der Hauptautor, Dr. Jonathan Betts.

Dr. Betts fährt fort: „Natürliche Produkte wie EGCG, die in Kombination mit derzeit zugelassenen Antibiotika verwendet werden, können eine Möglichkeit darstellen, ihre Wirksamkeit und klinisch nützliche Lebensdauer zu verbessern.“

Prof. Roberto La Ragione, Leiter der Abteilung für Pathologie und Infektionskrankheiten an der Veterinärmedizinischen Schule der Universität von Surrey, erläutert die potenzielle Bedeutung dieser Ergebnisse:

„Die WHO hat die Antibiotikaresistenz von P. aeruginosa als eine kritische Bedrohung für die menschliche Gesundheit eingestuft. Wir haben mit der Studie gezeigt, dass wir solche Bedrohungen durch den Einsatz von Naturprodukten in Kombination mit bereits verwendeten Antibiotika erfolgreich bekämpfen können.“

 

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Verweise:

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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