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Mehrere Wissenschaftler erklären, inwiefern eine proteinreiche Ernährung nicht gut für uns ist — selbst nach dem Training

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Mehrere Wissenschaftler erklären, inwiefern eine proteinreiche Ernährung nicht gut für uns ist — selbst nach dem Training

Titelbild: Bodybuilder mit Fleischkeule in der Hand

Übersicht

Die Fakten: Die Vorstellung, dass wir so viel Protein zu uns nehmen sollten, wie uns von den Gesundheitsbehörden empfohlen wird, ist nicht durch viele Beweise gestützt.  Im Gegenteil, es gibt Hinweise darauf, dass diese Richtwerte zu hoch sind.

Zum Nachdenken: Wie ehrlich sind unsere Gesundheitsbehörden uns gegenüber? Wie viel Einfluss haben die großen Lebensmittelkonzerne auf sie? Wurde Protein als Marketinginstrument verwendet? Sind die empfohlenen Mengen wirklich gesund, oder doch eher ungesund?

Protein ist in der Tat ein äußerst wichtiger und notwendiger Bestandteil jeder einzelnen Zelle in unserem Körper. Unser Körper verwendet Protein für eine Reihe von Dingen, vom Muskelaufbau bis zur Reparatur von Gewebe, zur Herstellung von Enzymen, Hormonen und verschiedenen anderen Körperchemikalien. Es ist wichtig, und wir brauchen es. Aber genau wie bei allem anderen, kann zu viel von etwas sich schädlich auswirken, und genau dies scheint bei Protein der Fall zu sein. Selbst die empfohlene Einnahmemenge von etwa 60 Gramm pro Tag für einen durchschnittlichen Mann wird beispielsweise von mehreren Wissenschaftlern und Gesundheitsexperten in Frage gestellt.

Zu viel Protein kann für die Gesundheit nachteilig sein, auch für Kraftsportler.

Woher kam die Idee, dass wir so viel Protein brauchen? Warum nehmen Menschen nach dem Training Protein-Shakes zu sich? Warum werden Veganer und Vegetarier mit der Vorstellung stigmatisiert, dass sie nicht genug Eiweiß bekommen? Woher rührt diese Denkweise?

Protein ist für die Lebensmittelindustrie ein Rieseninstrument, um Geld zu verdienen. Es ist ein großartiges Marketinginstrument, insbesondere gegenüber Sportlern und Bodybuildern. Allein der Bodybuilding-/Sportlermarkt bietet einen enormen Anreiz, Protein als Marketinginstrument zur Umsatzsteigerung einzusetzen. Aber, nochmals, wo ist hier die Wissenschaft? Warum glauben Bodybuilder, dass sie enorme Mengen an Protein benötigen, um Muskeln aufzubauen, anstatt nur Nahrung zu sich zu nehmen, und warum hat man uns nicht über die Gefahren eines übermäßigen Proteinkonsums aufgeklärt?

Denjenigen, die sich mit dem Fasten beschäftigt haben, ist bekannt, dass mehrere Studien zum Fasten äußerst vorteilhafte Wirkungen gezeigt haben, von der Auslösung von Selbstheilungskräften und der Reparatur beschädigter DNA über die Abtötung von Krebszellen und die Erhöhung der Lebenserwartung bis hin zur deutlichen Verringerung des Risikos verschiedener alterungsbedingter Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson.

Untersuchungen zum Fasten weisen verschiedentlich auf die Bedeutung einer eiweißarmen Ernährung hin und darauf, wie wichtig es ist, die Auswirkungen des Fastens und die allgemeine Gesundheit zu erhalten.

Apfel statt Bifi als Zwischensnack ist vorteilhafter für die Gesundheit und vor allem für das Herz.

Kalorienreduzierung verlängert die Lebensdauer und verzögert altersbedingte chronische Krankheiten bei einer Vielzahl von Arten, einschließlich Ratten, Mäusen, Fischen, Fliegen, Würmern und Hefen. Der Mechanismus oder die Mechanismen, durch welche dies geschieht, sind unklar.

Das obige Zitat stammt aus einer Literaturübersicht, die älter als 10 Jahre ist. Die hier vorgestellte Arbeit zeigt nun einige dieser Mechanismen, die zuvor unklar waren. Schneller Vorlauf auf Heute, und wir wissen mittlerweile viel mehr.

Eine in der Ausgabe vom 5. Juni 2014 von Cell Stem Cell veröffentlichte Studie von Forschern der Universität von Südkalifornien hat gezeigt, dass Zyklen mit längerem Fasten vor einer Schädigung des Immunsystems schützen und darüber hinaus die Regeneration des Immunsystems anregen. Sie kamen zu dem Schluss, dass das Fasten die Stammzellen von einem Ruhezustand in einen Zustand der Selbsterneuerung hin versetzt. Es löst die stammzellbasierte Regeneration eines Organs oder Systems aus. (Quelle)

Es gibt so viel Literatur zum Fasten und seinen Vorteilen für alle, die neugierig sind und mehr darüber erfahren möchten. Es ist ganz einfach, über eine Google-Suche in die Forschung einzutauchen. Außerdem stehen zahlreiche Youtube-Videos über Interviews mit den Wissenschaftlern zur Verfügung, die diese Artikel veröffentlichen.

Also, wo kommt Protein ins Spiel? Nun, eine geringere Proteinaufnahme sowie das Fasten gehen mit einer starken Reduktion des Wachstumshormons IGF1 einher.

Eine im Jahr 2015 in Cell Metabolism veröffentlichte Studie ist eine von mehreren Studien, die Folgendes herausstellen:

Mäuse und Menschen mit Wachstumshormonrezeptor/IGF-1-Mangel weisen eine erhebliche Verringerung der altersbedingten Erkrankungen auf. Da Proteinrestriktionen die GHR-IGF-1-Aktivität reduzieren, haben wir Zusammenhänge zwischen Proteinaufnahme und Sterblichkeit untersucht. Bei Befragten (n=6.381) im Alter von 50-65 Jahren, die über eine hohe Proteinzufuhr hatten, zeigte sich eine 75%ige Erhöhung der Gesamtsterblichkeit und eine 4-fache Erhöhung der Krebs- und Diabetessterblichkeit während eines 18-jährigen Beobachtungszeitraums. Diese Assoziationen wurden entweder aufgehoben oder abgeschwächt, wenn die Proteinquelle pflanzlicher Art war.

Bevor wir fortfahren, soll hier betont werden, dass es eine Menge Literatur gibt, die darauf hinweist, dass pflanzliches Protein weitaus vorteilhafter ist als tierisches Protein. Wir wollen näher auf die folgenden Artikel eingehen und weitere Quellen zur Verfügung stellen:

Pflanzenbasiertes Protein gegenüber Protein aus Fleisch: Welches ist besser für Ihren Körper?

Wissenschaftler: Milch von Kühen hat „das relevanteste Karzinogen, das jemals identifiziert wurde“ und „schaltet Krebs ein.“

9 Dinge, die passieren, wenn Sie aufhören, Fleisch zu essen

 

Was ist mit Sportlern und Bodybuildern?

Wer hatte diese Art von hoher Proteinaufnahme vor mir? Niemand, richtig? Vor diesen modernen Generationen und all dem Drang nach Protein hatte niemand eine sehr proteinreiche Ernährungsweise, nicht so wie heute. Dann besteht natürlich die Gefahr, dass, worauf wir oben hingewiesen haben, das Krebsrisiko verdreifacht und die Gesamtmortalität um 75% erhöht wird. Die Studien an Mäusen [und] Humanstudien zeigen mehrheitlich einen hohen Proteingehalt auf, und wenn man sich die Gründe dafür ansieht, dann sind es das Wachstumshormon und IGF1, die einen hohen Proteingehalt steuern, und dieser Weg und diese Achse bestimmen tatsächlich das Wachstum und die Teilung von Zellen. — Dr. Valter Longo, Biogerontologe und Zellbiologe, einer der weltweit führenden Experten für Gesundheitswissenschaften, Langlebigkeit und die biologischen Auswirkungen des Fastens. (Quelle)

Dr. Longo erklärt weiter, wie er in seiner obigen Studie anführt, dass eine niedrige Proteinaufnahme eine längere Lebensdauer und einen besseren Schutz vor Krankheiten bedeutet. In mehreren Interviews empfiehlt er, die von den Gesundheitsbehörden empfohlenen Richtwerte zur Proteinzufuhr zu halbieren. So legt er unter anderem nahe, dass nach einem intensiven Training womöglich nur 30 Gramm zum Muskelaufbau nötig sind.

Wenn wir uns die Verbreitung von multiplen altersbedingten Krankheiten und Krebsarten ansehen, so sind die Raten extrem hoch und steigen weiterhin an. Könnte ein übermäßiger Eiweißkonsum unter anderem etwas damit zu tun haben?

Russel Henry Chittenden (1856-1943) hat sich bereits vor der Massenvermarktung von proteinreichen Diäten eingehend mit diesem Thema befasst. Er hat insgesamt 144 wissenschaftliche Artikel sowie einen Text zum Proteinbedarf (Chittenden, 1904) veröffentlicht, der sich speziell auf den minimalen Proteinbedarf beim Ausruhen oder Trainieren konzentrierte.

Chittenden experimentierte tatsächlich mit sich selbst, und als er seine Proteinaufnahme signifikant verringerte, blieb sein Gesundheitszustand ausgezeichnet, ohne körperliche Kraft oder Muskelkraft zu beeinträchtigen. In diesem Experiment hatte er weniger als 1 g Protein pro Kilogramm täglich. Dasselbe unternahm er auch in einer einjährigen Studie, allerdings mit mehreren athletischen Männern, die sich in bester Gesundheit befanden. Sie erhielten die gleiche proteinarme Diät und erlitten ebenfalls keine Beeinträchtigung der Gesundheit oder ihrer Fähigkeit, körperliche Aufgaben auszuführen. Laut seiner Forschung konnten die Menschen auch ohne große Proteinaufnahme ihre Gesundheit und Fitness aufrechterhalten.

 

Bei der Präsentation der Ergebnisse der hier beschriebenen Experimente hat der Verfasser auf langwierige Diskussionen verzichtet und es vorgezogen, die Ergebnisse hauptsächlich für sich selbst sprechen zu lassen. Sie sind mit Sicherheit überzeugend genug und brauchen keine Überfülle an Wörtern, um ihnen einen Wert zu verleihen. In der Tat liegt das Verdienst des Buches in der großen Anzahl aufeinanderfolgender Ergebnisse, die keinen Widerspruch zulassen und kein Argument benötigen, um ihren Wert zu steigern. Die Ergebnisse werden als wissenschaftliche Fakten dargestellt und die Schlussfolgerungen, die sie rechtfertigen, sind selbstverständlich. (Quelle)

Unter dem Strich?: Wir brauchen nicht so viel Protein, wie uns glauben gemacht werden soll.

 

Was wir daraus lernen

Der Verfasser hat persönlich dieses Jahr mit Muskelaufbau experimentiert, ohne spezeiells Protein nach dem Training, und als Ergebnis bauen Muskeln sich auf, anstatt sich zu verringern. Der Muskelzuwachs ist so stark wie in meiner späten Jugend, als ich mich wirklich für Bodybuilding interessierte. Im Moment esse ich normales Essen im Rahmen einer veganen Ernährungsweise mit der Hälfte der Menge an Protein, die empfohlen wird (weniger als 0,8 Gramm pro 1 Kilogramm Körpergewicht). Meine Erfahrung stimmt mit den oben genannten Informationen überein.

Übermäßiger Proteinkonsum scheint das Ergebnis des Marketings in der Lebensmittelindustrie gewesen zu sein. Warum hat niemand jemals nach wissenschaftlichen Beweisen oder Experimenten gefragt, wenn es darum geht, wie viel Protein der menschliche Körper benötigt? Warum haben wir einfach geglaubt, dass eine proteinreiche Ernährung eine absolute Notwendigkeit ist, nur weil wir wissen, dass Protein aus der Nahrung überhaupt notwendig ist? Warum haben wir bis jetzt nicht Beweise gefordert?

 

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Verweise:

Wichtig: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von medizin-heute.net können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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